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Jacques-Émile Ruhlmann

« Ein prägender Name für den Art déco »

Für mehr als 2,8 Millionen Euro wechselte im März 2011 eine Chaiselongue den Besitzer. Jacques-Émile Ruhlmann entwarf das Auktionsobjekt einst für den Maharadscha von Indore. Die adlige Kundschaft und der Wert der Antiquität verdeutlichen: Es geht um einen Star des Art déco. Der Pariser Möbeldesigner war zur Zeit der Weimarer Republik ein gefragter Innenarchitekt. Er ist deshalb eine hervorragende Inspirationsquelle für außergewöhnliche Einrichtungsideen.

Pariser Koryphäe fürs geschmackvolle Interieur

Jacques-Émile Ruhlmann entdeckte seine kreative Ader im Maler- und Spiegelgeschäft seiner Eltern, das er 1907 übernahm. Bei der Ausstattung seines eigenen Apartments kam der Gedanke auf, die komplette Inszenierung von Räumen zu übernehmen. Sein luxuriöser Stil harmonierte fabelhaft mit dem Geschmack der gehobenen Schichten in den Goldenen Zwanzigern. Schnell genoss seine 1919 gegründete Firma „Ruhlmann & Laurent“ einen exzellenten Ruf, was zu hochdotierten und lukrativen Aufträgen führte – beispielsweise die Gestaltung des Festsaals der Pariser Handelskammer und des Teesalons eines Luxusdampfers.

Paris ist eine wichtige Stadt, wenn es um die Geschichte von Art déco geht
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Ein Blick auf erhaltene Projektskizzen verrät, dass der renommierte Designer und Innenarchitekt an seinen frühen Vorlieben festhielt. Während der Tätigkeit im Familiengeschäft entwarf er Tapeten, die bei den späteren Raumdekorationen häufig eine Rolle spielten. Auf den Malerbedarf im elterlichen Betrieb verweisen einfarbige Wandgestaltungen, bei denen mit mutigen Kontrasten experimentiert wurde. Leuchten im Landhausstil mit diskreter Eleganz sind in diesem Umfeld ideal, damit die expressive Einrichtungsidee nicht überfrachtet wirkt.

Wandleuchte - Glasschirm weiß Wandleuchte - Glasschirm weiß

Ein Hauch von Luxus für die Wohnwelt

Der Art déco bezieht sich auf einen vergleichsweise kurzen Zeitraum. Sein Name etablierte sich erst in den 1960ern als epochaler Begriff. Die zugeordneten Künstler orientieren sich nicht an einer übergeordneten Anschauung. Parallelen ergeben sich eher beim gestalterischen Gesamteindruck. Wenngleich man häufig am floralen Jugendstil anknüpfte, wirkte die Umsetzung ungewöhnlich abstrakt und stilisiert. Kostbare Materialien standen hoch im Kurs, die den Objekten einen Hauch von Glamour verliehen. Jacques-Émile Ruhlmann hatte eine Schwäche für exquisite Materialien wie Ebenholz, die er für Furnierarbeiten verwendete. Er bekannte sich dazu, dass seine exklusiven Designmöbel nur die Elite ansprachen. Die große Mehrheit konnte trotz der boomenden Wirtschaft zur Zeit der Weimarer Republik nur davon träumen.

Wandleuchte - Glasschirm weiß    Wandleuchte - Glasschirm weiß   Wandleuchte - Textilschirm beige

Greifen Sie einzelne Ideen seiner Einrichtungskonzepte auf, wenn Sie mit der zweiten Gruppe sympathisieren. Platzieren Sie im Schlafzimmer das Bett auf einem großflächigen Teppich. Dadurch steht die Ruheoase wie auf einer Bühne im Rampenlicht. Typisch waren ovale Spiegel mit stattlichen Dimensionen. Gleiches gilt für elegante Wandlampen. An diesem Detail können Sie anknüpfen, indem Sie Art déco Leuchten mit poliertem Messing und plissierten Stoffschirmen montieren. Häufig rundete Ruhlmann das Szenario mit einem Gemälde ab, das sinnlich und ungewöhnlich war. Dazu passen die Bilder von Georges Seurat wunderbar, der im 19. Jahrhundert den unkonventionellen Pointillismus mitbegründete. Punkt für Punkt vereinen sich dabei die Farbtupfer zu idyllischen Ansichten, beispielsweise beim Werk „Wald in Pontaubert“.

Deckenleuchte - Glasschirm weiß Deckenleuchte - Glasschirm weiß

Wenige Meisterwerke für die imposante Raumgestaltung

Der meisterhafte Innenarchitekt war von der klassizistischen Architektur angetan, für die der Pariser Triumphbogen ein gelungenes Beispiel ist. Kennzeichnend für den Baustil ist das Bekenntnis zu Kreisen, rechten Winkeln und Geraden. Dadurch ergeben sich ein monumentaler Charakter und eine formale Klarheit. Das Möbeldesign von Ruhlmann wies Parallelen zu dieser Architektur auf. Die Form war auffallend geradlinig und wirkte mitunter sogar streng. Dazu bildete die aufwendige Oberflächengestaltung ein Kontrast. Edle Hölzer mit ausdrucksstarken Maserungen inszenierte er glanzvoll. Aus dem Kontext der dunklen Holzflächen hoben sich helle Möbelknöpfe oder Intarsien hervor, die sich teilweise am Jugendstil orientierten. Nicht selten verwendete er für die Detailarbeiten kostbare Materialien wie Schildplatt oder Elfenbein. Nicht zuletzt sorgten schmale Füße dafür, dass die Möbel nicht wuchtig erschienen.

Der Arc de Triomphe de l’Étoile (erbaut 1806-1836)
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Selbst ein kleines Sideboard von Jacques-Émile Ruhlmann zeichnet sich durch eine große Präsenz aus, weil es sofort die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Andere Möbel und Wohnaccessoires aus der Ära waren ähnlich effektvoll. Vermutlich brachte er deshalb bei seinen Konzepten für die Art déco-Einrichtung nur wenige Objekte ins Spiel, während die freien Flächen überwogen. Entscheiden Sie sich beispielsweise für einen Couchtisch und eine Kommode mit Klavierlack im Wohnzimmer.

art nouveau - Art Deco Tischleuchte

Gesellt sich ein Sofa hinzu, ist die Grundausstattung komplett. Fürs Ambiente empfehlen sich zwei Mazda-Lampen. Diese Art déco-Leuchten wecken wegen ihrer filigranen Ausführung Assoziationen mit den Möbelentwürfen von Ruhlmann. Sie zählen außerdem zu den Klassikern der Epoche, die oft schillernde Bars oder schicken Hotellobbys signierten. Insgesamt wirkt die Lampe wie eine abstrakte Tulpe. Gekonnt greifen Sie die Ästhetik mit einem Kunstwerk von Tamara de Lempicka auf. Die Polin zählt zu den bekanntesten Art déco-Malerinnen und widmete sich bei der Reihe „Arums“ einem floralen Thema.

Wiederkehrende Elemente: edle Holzmöbel, Designleuchten und Kunstwerke

Kinopaläste, Varietés und Nachtclubs luden die betuchten Schichten in den Goldenen Zwanzigern dazu ein, das Leben zu zelebrieren. Ähnlich verlockend schien es, mit Freunden daheim Delikatessen zu genießen und Cocktails zu schlürfen. Wer den Esprit der Roaring Twenties aufleben lassen möchte, benötigt demnach eine Dinnertafel. Passend zum Einrichtungsstil von Jacques-Émile Ruhlmann platzieren Sie den Esstisch mit edlem Holzfurnier auf einem überdimensionalen Teppich. Imposante Leuchten an den Wänden und über der Tafel dürfen nicht fehlen. Gleiches gilt für Gemälde, die den Sinnen ähnlich schmeicheln wie die servierten Spezialitäten.

Art déco Leuchten in einem Flur
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Passend erscheinen die Landschaftsmalereien von Paul Cézanne, der bei der Gründung des Pariser Herbstsalons mitwirkte. Die Präsenz bei dieser modernen Kunstausstellung beflügelte 1913 den Erfolg von Ruhlmann. Rund ein Jahrzehnt später wurde ihm bei der „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“ schon ein ganzer Pavillon gewidmet. Von der legendären Ausstellung leitet sich die Epochenbezeichnung „Art déco“ ab. Stets begegnete er bei diesen renommierten Events auch zeitgenössischen Malern. Vermutlich integrierte er deshalb fast immer Kunstwerke in seine hochgeschätzten Einrichtungsideen. Dementgegen verweist seine Vorliebe für außergewöhnliche Wandgestaltungen und Spiegel auf das kleine Fachgeschäft in Paris, in dem er seine ersten kreativen Schritte wagte.