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Kolonialstil

« Ein Hauch Fernweh »

Dunkle Massivholzmöbel aus edlen Werkstoffen begründen das sowohl edle als auch warme Ambiente. Dekorative Details erzählen von der großen weiten Welt und den Schätzen ferner Völker. Dieser faszinierende Mix passt wunderbar zur schnelllebigen und globalisierten Gegenwart, in der kulturelle Grenzen überwunden werden und der Wert beständiger Traditionen neu entdeckt wird. Deshalb ist der klassische Kolonialstil moderner denn je.

art nouveau Doppelzugleuchten Glasschirm weiß Kegel drei Arme 48 cmDie aufregende Epoche der Entdeckungsreisen

Die Weiterentwicklung der Kartographie, die Entdeckung interkontinentaler Seewege und Innovationen beim Schiffsbau schufen die Voraussetzungen für spannende Expeditionen und effizientere Handelswege. Hinzu gesellte sich der Mut von Entdeckern, die sich auf Reisen in unbekannte Welten einließen. So erweiterte sich ab dem 15. Jahrhundert der Horizont und die Errungenschaften ferner Kulturen fanden ihren Weg nach Europa. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts brachen außerdem Kolonialherren und Emigranten mitsamt ihrer Familie auf, um sich in den eroberten Gebieten niederzulassen und auf den entlegenen Kontinenten ein wohlhabendes Leben zu führen. Die Neugier auf das Exotische, die weltoffene Abenteuerlust und die feudale Brise: All das spiegelt sich in Kolonialstil-Möbeln wider und sorgt für ein außergewöhnliches Flair bei der Raumgestaltung.

Deckenleuchte Glasschirm weiß Kegel 19 cmVertrautes in der Ferne oder exotische Akzente für daheim

Die rückkehrenden Seefahrer hatten kostbare Stoffe und ungewöhnliche Dekorationsobjekte an Bord, die beispielsweise das Herz des britischen Adels eroberten und fortan den heimischen Landhausstil umspielten. Andere Europäer zogen mit einigen Erinnerungsstücken in den Koffern aus, um sich in Amerika eine Existenz aufzubauen oder ihre gehobene Stellung in einer Kolonie anzutreten. Dadurch gelangten europäische Einrichtungsgegenstände in die weite Welt, um in der neuen Heimat auf landestypische Massivholzmöbel und Kunstobjekte zu treffen. So ergaben sich schon früh zwei Ausrichtungen des Kolonialstils: Einerseits wurden diverse Repräsentanten vieler Kulturen in einem Raum vereint. Andererseits trafen Stilelemente der eigenen Kultur auf die Kunstobjekte und Massivholzmöbel eines weiteren Kontinents.

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Nachdem sich Migranten und Kolonialherren in der fremden Umgebung niedergelassen hatten, entwickelten sich einzigartige Kolonialmöbel. Entwürfe, die sich am klassischen Landhausstil in Europa orientierten, wurden mit exotischen Hölzern umgesetzt und mit dekorativen Details aus der ursprünglichen Kultur der Kolonie versehen. Zumeist handelte es sich dabei um kostbare Hölzer wie Teak mit einer wunderschönen Maserung, die zugleich für ihre Langlebigkeit bekannt sind. Deshalb lohnt es sich, originäre Kolonialmöbel im Antiquitätenhandel aufzuspüren und diese Zeitzeugnisse liebevoll zu restaurieren.

art nouveau Deckenleuchte Glasschirm weißRaumgestaltung im homogenen Kolonialstil

Die Begeisterung für das Reisen und fremde Kulturen hat sich ebenso bis heute gehalten wie die Vorliebe für Kolonialmöbel. Wer sich ein weltoffenes und stimmiges Ambiente wünscht, entscheidet sich für klassische Massivholzmöbel im Kolonialstil und ergänzt exotische Elemente eines ausgewählten Kontinents. Dabei kommen entweder Antiquitäten oder moderne Massivholzmöbel zum Zuge, die sich am traditionellen Kolonialstil orientieren. In der Mehrheit sind diese Schränke, Vitrinen und Kommoden in dunklen Tönen gebeizt, wodurch sich helle Nuancen bei den Polsterungen und der Dekoration empfehlen. Für den homogenen Stil wird eine Kultur als Thema herausgepickt, die sich wie ein roter Faden durch die Einrichtung des Raums zieht. Geschnitzte Masken, Fotografien von wilden Tieren, Textilien mit Leoparden-Look und eine Feuerstelle sind eindrucksvolle Details, die Kolonialmöbel afrikanisch akzentuieren.

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Diese Einrichtungslinie hat etwas sehr Präsentes, Selbstbewusstes und Maskulines, da sich zum Beispiel auch die spannenden oder gefährlichen Seiten einer Safari erahnen lassen. Diese Melange aus Exotik und Abenteuerlust ist ideal für das Wohnzimmer als Mittelpunkt des aktiven Lifestyles. Die floralen Dessins und besänftigenden Werkstoffe wie Bambus, die beispielsweise viele asiatische Designobjekte prägen, harmonieren hingegen wunderbar mit einem harmonisierenden Kolonialstil bei der Gestaltung des Schlafzimmers. Von der lebensbejahenden Art, die karibische oder südamerikanische Akzente mitbringen, profitieren Sie in der Wohnküche oder im Badezimmer schon kurz nach dem Start in den Tag. Alternativ können die dezent exotisch verzierten Massivholzmöbel mit dekorativen Objekten wie Landkarten, Globus und einem antiquarischen Teleskop kombiniert werden. So wird beim Kolonialstil der damalige Entdeckungsdrang der Seeleute in den Fokus gerückt. Die Orientierung an einer Kultur bei der Gestaltung der Wohnräume bringt zwei entscheidende Vorteile mit: Jedes Zimmer erfreut mit seinem eigenen Flair, sodass der Streifzug durch die Wohnung einer Weltreise gleicht. Außerdem minimiert sich die Gefahr des überladenen Interieurs, wenn zugleich Objekte mit kühl anmutenden Materialien einbezogen werden. Hierfür eignen sich unter anderem klassische Lampen aus Glas und Messing, die gut zu Massivholzmöbeln passen.

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Original 1227 Messing Kollektion Hängeleuchte schwarzHeterogener Kolonialstil für den „Landhaus-Besitzer“ von heute

Im globalen Zeitalter ist es natürlich reizvoll, die traditionellen Elemente verschiedenster Kulturen in einem Raum zu integrieren und mit modernen Wohntrends zu konfrontieren. In diesem Fall bieten sich weiße Massivholzmöbel mit geradlinigem Landhausstil sowie puristische Einrichtungslinien aus Chrom und Glas für die Grundausstattung an. Ein einzelnes Kolonialmöbel kann sich hervorheben, um den Link zur exotischen Dekoration zu eröffnen. Damit der Gesamteindruck nicht zu „wild“ wird, empfiehlt sich auch beim kreativen Mix der Kulturen etwas Disziplin und ein klar erkennbares Konzept. Exemplarisch können Sie Heimtextilien, Wandbilder und Accessoires aus der ganzen Welt kombinieren, die von floralen Motiven geprägt sind und einer ausgewählten Farbpalette treu bleiben. Wenn Sie selbst gerne Fernreisen unternehmen, ergibt sich dank der ergatterten Souvenirs ein individueller und gewachsener Kolonialstil. Dies kommt dem historischen Vorbild sehr nahe, bei dem die Massivholzmöbel im exquisiten Landhausstil sukzessive mit exotischen Fundstücken aufgewertet wurden. Schon beim Bummel über die Bazare im Urlaub sollte bedacht werden, dass viele Kleinigkeiten im Raum schnell kitschig wirken. Leisten Sie sich als Andenken lieber ein kostbares und großes Objekt, zum Beispiel ein edles Plaid aus Indien fürs Sofa, handgeknüpfte Seidenteppiche aus dem Orient oder eine stattliche Holzstatue aus Afrika. So wirkt der heterogene Kolonialstil weltoffen und aufregend, ohne dass dabei die stilvolle Eleganz auf der Strecke bleibt.