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Antike Beschläge aus Messing reinigen

« Messing ist ein traditionsreicher Werkstoff, der beispielsweise für antike Beschläge und ab dem Mittelalter zunehmend für Drückergarnituren oder Möbelbeschläge verwendet wurde. Bei der Beliebtheit des Materials spielt bis heute eine Rolle, dass poliertes Messing an kostbare Metalle wie Gold erinnert. Wer diesen edlen Eindruck bewahren möchte, muss die antiken Beschläge regelmäßig reinigen. »

@wikipedia – Marie-Lan Nguyen / Jastrow
@wikipedia – Marie-Lan Nguyen / Jastrow

Nostalgisch und exquisit: Messingbeschläge beim Landhausstil

Schon zu Zeiten von Aristoteles weit vor Christi Geburt war Messing bekannt. Das gezielte Erschmelzen und der kunstvolle Umgang mit der Legierung, für die vor allem Kupfer und Zink verwendet werden, wurden aber erst im 16. und 17. Jahrhundert weiterentwickelt. Seither war das Material nicht nur für antike Beschläge oder Gefäße zunehmend gefragt. Auch das handwerkliche Geschick bei der Gestaltung von Gegenständen verfeinerte sich. Die wachsende Bedeutung hing damit zusammen, dass die Legierung härter ist als reines Kupfer und die erschaffenen Objekte dementsprechend formstabiler waren. Zugleich erinnert Messing mit der Farbgebung an Gold, ist aber deutlich günstiger als das Edelmetall. Antike Beschläge daraus waren also eine erschwingliche Möglichkeit, das Design von Möbeln prachtvoll abzurunden.

Auch im heutigen Landhausstil tragen Türdrücker oder Messingbeschläge dazu bei, das Ambiente sowohl nostalgisch als auch elegant abzurunden.

Große Bandbreite schöner Legierungen

Antike Messingbeschläge können sich deutlich hinsichtlich der Tonart unterscheiden. Die optische Bandbreite ergibt sich aus dem Verfahren bei der Herstellung und aus der Zusammensetzung der Legierung. Sogenannter Tombak mit einem Kupferanteil von 90 Prozent ähnelt Rotgold, während Gelbguss an klassisches Gold und Legierungen mit einem hohen Zinkgehalt an Weißgold erinnern. Gerade antike Beschläge bei Fundstücken im Antiquariat offenbaren ihren wahren Charakter erst dann, wenn Sie Griffe und Verzierungen polieren.

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Damit ist ein Detail im Blick, das für die zunehmende Verdrängung des Werkstoffs bei der Fertigung von Gefäßen oder Türdrückern verantwortlich ist. Beim Gebrauch und durch Umwelteinflüsse läuft das Material an und Grünspan kann sich darauf ablagern. Damit die glanzvolle Optik erhalten bleibt, muss man Messing polieren und reinigen. Deshalb wird in der Gegenwart zum Beispiel für eine Drückergarnitur vorzugsweise Edelstahl verwendet, das wesentlich pflegeleichter ist. Allerdings entfalten diese modernen Beschläge weitaus weniger Charisma als Messinggriffe, die insbesondere mit dem Landhausstil wunderbar harmonieren.

Tipps für die alltägliche Pflege von Beschlägen

Messing reinigen ist weitaus weniger aufwendig als viele denken. Wer sich für Türdrücker oder antike Beschläge aus dem Werkstoff entscheidet, muss also keineswegs ein großes Zeitbudget für deren Pflege einkalkulieren.

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Im Handel sind spezielle Reinigungsmittel erhältlich, mit denen Sie in einem Zuge Ablagerungen entfernen und die Oberfläche polieren können. Diese zeitgemäßen Hilfsmittel können bei der alltäglichen Haushaltsarbeit ins Spiel gebracht werden, um zum Beispiel den Glanz von einer neuen Drückergarnitur oder nachträglich montierten Möbelgriffen zu erhalten. So kommt es gar nicht erst zu massiven Farbveränderungen und die Pflege der feinen Details vom Landhausstil wird zum Kinderspiel.

Patina oder Polieren?

Etwas mehr Einsatz ist gefragt, wenn die Griffe und Verzierungen bei Antiquitäten über einen langen Zeitraum nicht gepflegt wurden. Antike Beschläge dieser Art müssen in mehreren Schritten aufgearbeitet werden, bei denen Sie die Oberfläche reinigen und abschließend das Messing polieren. Bevor diese Mission gestartet wird, stehen jedoch einige Überlegungen an. Viele Einrichtungsobjekte aus vergangenen Epochen faszinieren mit ihren Shabby-Chic. Die Gebrauchsspuren bei nostalgischen Möbeln bezeugen deren lange Historie, erzählen Geschichten über ihre funktionale Vergangenheit und ihre einstigen Besitzer. Es hat durchaus seinen Charme, diese Zeitzeugnisse nur behutsam zu restaurieren und sich bei der Aufarbeitung bewusst von der Perfektion zu distanzieren, um den modernen Landhausstil zu kontrastieren.

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In diesem Fall sollten auch antike Beschläge ihre Patina behalten dürfen. Deshalb empfiehlt sich, nur oberflächlich das Messing zu reinigen und auf eine Politur zu verzichten. Wer eine historische Oberfläche schätzt, sollte ausschließlich mit einem trockenen Tuch arbeiten und die Oberflächen damit abwischen.

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Da Kupfer zu den hochwertigeren Metallen gehört, können Türdrücker und Möbelgriffe aus jüngeren Produkten nur mit Messing überzogen sein. Eine intensive Politur würde bei diesen Bauteilen dazu führen, dass die obere Schicht abgetragen wird und der unschöne Metallkern zum Vorschein kommt.  Versuchen Sie zunächst, an einer verdeckten Stelle die Drückergarnitur oder Griffe zu polieren. So können Sie sich gegebenenfalls dafür entscheiden, es bei der Patina zu belassen oder antike Beschläge durch neue Bauteile zu ersetzen. Außerdem kann ein Magnettest durchgeführt werden: Messing ist aufgrund der Zusammensetzung nicht magnetisch. Wird der Magnet nicht angezogen, handelt es sich mit großer Sicherheit um die Legierung aus Kupfer und Zink. Bearbeiten Sie Messing vor allem aber eine Messing-Schicht niemals mit Scheuermitteln.

Empfehlenswerte Hausmittel

Schon vor Jahrhunderten mussten die Menschen Messing reinigen, um sich fortwährend an dem schönen Glanz der Gefäße, Türdrücker und Möbelbeschläge zu erfreuen. Also liegt es auf der Hand, dass es neben modernen Reinigern auch überlieferte Hausmittel für die Pflege der Legierung gibt. Bei leichten Veränderungen der Oberfläche genügt es, die Oberfläche mit dem Saft von Zitronen einzureiben. Nach einer Einwirkzeit von mehreren Stunden lösen sich Ablagerungen, die inklusive der aufgebrachten Säure gründlich entfernt werden. Wenn antike Beschläge eine intensive Patina herausgebildet haben, können Sie mit gleichen Anteilen Mehl und Salz mischen sowie mit Essig anreichern, bis sich eine zähe Paste ergibt. Diese wird auf die Drückergarnitur, Türdrücker oder Beschläge gestrichen und wirkt über Nacht ein.

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Abschließend können Sie das Messing reinigen, indem die Mischung mit Wasser entfernt und die Oberfläche poliert wird. Die kupferhaltige Legierung kann bei der Herstellung nicht so ausgehärtet werden, wie es unter anderem bei Edelstahl der Fall ist. Deshalb sollten für die Reinigung und Politur stets ein weiches Tuch verwendet werden, um Kratzer auf der Oberfläche zu vermeiden.