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Warum Messing für antike Beschläge so gut geeignet ist

Die Kupferlegierung beeindruckt mit langer Tradition. Sie erfreut mit edler Optik und lässt sich darüber hinaus vielfältig verarbeiten. Hinzu gesellen sich praktische Eigenschaften, die bei Gebrauchsgegenständen vorteilhaft sind. Die wohl bekannteste Kupferlegierung nennt sich Messing! Antike Beschläge aus Messing sind deshalb ein beliebtes Zubehör für das Ausstaffieren von Türen, die authentische Möbelrestauration und die stilvolle Dekoration.

Eindrucksvolle Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart

Einst besiedelten die Mossynoiken das Gebiet zwischen dem Kaukasus und Schwarzen Meer. Schon im dritten Jahrtausend vor Christus verschmolz das Volk Kupfer mit Zinkkerzen, die früher als Galmei bezeichnet wurden. Das belegen archäologische Funde. Der antike Universalgelehrte Aristoteles erwähnt die Legierung in seinen Schriften. In den folgenden Epochen spielte der Werkstoff durchaus eine Rolle und charakterisierte beispielsweise Türbeschläge oder Fensterbeschläge.

Tuerklopfer aus massivem Messing poliert 145x140 mm

Bedeutend wurde das Material aber erst im 17. Jahrhundert, da sich bessere Zusammensetzungen und Herstellungsverfahren etablierten. Seither bringt Messing Eigenschaften mit, die unter anderem die Langlebigkeit der erschaffenen Objekte begünstigen. Gefäße, Schmuck und Türgriffe sind nur ausgewählte Beispiele für die anschließende Verwendung. Die lange Vita ist bei Restaurationen vorteilhaft. Denn die Metalllegierung wirkt stets authentisch. Das gilt für Möbel aus dem Barock ebenso wie für Objekte aus der Biedermeier-Ära und Antiquitäten im Art déco-Stil.

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Werden ästhetische Besonderheiten bei der Form oder Verzierung der Messingbeschläge aufgegriffen, intensiviert sich der epochale Bezug. Der traditionelle Aspekt eignet sich alternativ dafür, um moderne Einrichtungsideen effektvoll zu kontrastieren. Zum Beispiel können Sie die klaren Linien der Gegenwart durch Möbelgriffe mit der floralen Verspieltheit relativieren, die im Art Nouveau üblich war.

Einst empörend, heute begrüßenswert: der noble Touch einer Kupferlegierung

Cicero thematisierte Messing in seinen Werken. Daraus erschließt sich nicht nur die Bedeutung der Kupferlegierung im antiken Rom, die beispielsweise für Türbeschläge eingesetzt wurde. Die Zeitzeugnisse des legendären Philosophen regen dazu an, sich mit dieser Frage zu beschäftigen: Aus was besteht Messing? Denn er zeigte sich empört, weil Händler damit eine Fertigung aus Edelmetallen vortäuschten. So erwarben die ahnungslosen Kunden kostbar anmutende Objekte, erhielten aber einen Blender aus Kupfer und Zinkspänen.

Tuerdruecker aus massivem Messing poliert Schluesselrosetten BB

Liegt der Kupferanteil ungefähr bei 36 Prozent, erinnert das Ergebnis tatsächlich an Gelbgold. Wird noch mehr Zink beigemischt, ergeben sich optische Parallelen zu Silber. Rötlich mutet der sogenannte Tombak mit hohem Kupfergehalt an, der beim Schmuckdesign eine günstige Alternative zu Rotgold ist. Der hochwertige Charakter inspirierte schon vor Jahrhunderten renommierte Künstler und Handwerker. Früher ordnete man beispielsweise den siebenarmigen Leuchter im Mailänder Dom den Bronzearbeiten zu. Inzwischen ist bekannt, dass das frühgotische Meisterwerk ein Messingguss ist. Antike Beschläge daraus erfreuen nach wie vor mit ihrer edlen Aura.

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Garderobenhaken aus Goldmessing mit polierter Textur verleihen dem Flur einen exquisiten Touch. Weckt die Farbe eher Assoziationen mit Silber, entfalten die dekorativen Details eine diskrete Eleganz. Zu den Vorteilen der traditionsreichen Legierung zählt, dass sie sich für diverse Veredelungstechniken eignet. So lässt sich eine charismatische Patina erzeugen, durch die Möbelbeschläge noch nostalgischer anmuten als klassische Messingarbeiten.

Für jede Einrichtungsidee eine passende Variante

Zunächst hatte antikes Messing Eigenschaften, die gegen den Einsatz für Gebrauchsgegenstände sprachen. Denn der beigemischte Galmei sorgte für eine geringe Belastbarkeit. Das Blatt wendete sich in der frühen Neuzeit, als sich separat erzeugtes Zink für die Kupferlegierung durchsetzte. Seither punktet Messing mit seiner Robustheit, Formbarkeit und Korrosionsbeständigkeit. Durch die Ergänzung weiterer Metalle ist es zudem möglich, einzelne Charakteristiken zu forcieren. Eisen optimiert zum Beispiel die Festigkeit, die beim Messingguss wünschenswert ist. Ein geringer Zinkgehalt begünstigt hingegen die Formbarkeit, die beim Schmuckdesign gefragt ist. Korrosionsbeständiger wird das Material, wenn sich Nickel hinzugesellt.

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Diese Variante ist für Fensterbeschläge ideal, da die Bauteile mit der wechselhaften Witterung konfrontiert werden. Abhängig von der Zusammensetzung lassen sich rund siebzig Messingarten unterscheiden. Nahezu alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie Bakterien keinen Nährboden bieten. Dieser keimtötende Aspekt ist für Beschläge interessant, die regelmäßig angefasst werden. Messingbeschläge sind demnach nicht nur dekorativ. Das Zubehör ist langlebig und wetterbeständig. Umwelteinflüsse verleihen dem Werkstoff lediglich eine charismatische Patina.

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Werden die Oberflächen regelmäßig gereinigt, bleibt die originäre Optik erhalten. Hierfür genügt etwas Wasser, das mit Spülmittel angereichert ist. Die robusten Facetten sind in vieler Hinsicht begrüßenswert. Es ist mit viel Aufwand verbunden, wenn Sie ein betagtes Liebhaberstück restaurieren und antike Beschläge montieren. Alle aufgefrischten Details sollten Ihnen deshalb lange Freude bereiten.

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Bauzubehör für den Hauseingang wie der Türdrücker und die Klingel werden jeden Tag genutzt. Das strapazierende Wetter gesellt sich hinzu. Es ist demnach geschickt, sich für Kollektionen aus einem belastbaren Material zu entscheiden. Nur so ist die dauerhafte Funktionalität gewährleistet. Beschläge aus Messing werden diesen Anforderungen nicht nur gerecht. Sie punkten gleichzeitig mit ihrem dekorativen Wert.

Stilistische Bandbreite kreativ nutzen

Angesichts der beeindruckenden Tradition haben sich facettenreiche Methoden bei der Verarbeitung und Veredelung etabliert. Manufakturen können die verschiedenen Designideen umsetzen. Dadurch steht dem Wunsch nichts im Wege, mit ausgefallenen Beschlägen die Einrichtung individuell abzurunden.

Türklopfer im barocken Stil sorgen für einen fürstlichen Empfang.

Tuerklopfer Loewenkopf aus massivem Messing patiniert

Möbelbeschläge oder Garderobenhaken mit floralen Verzierungen harmonieren wunderbar mit Antiquitäten aus dem Jugendstil.

Garderobenhaken Messing patiniert 55x85 mm

Unkonventionell und modern wirken Türdrücker mit Langschild aus der Bauhaus-Ära.

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Sie sehen: Messingbeschläge gewähren Ihnen viele Freiheiten bei der Dekoration. Völlig unabhängig von den kreativen Ideen überzeugt der Werkstoff mit seinem soliden Charakter. Sie freuen sich demnach über eine Ausstattung, die dem Auge schmeichelt und nachhaltig ist.