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Prunkvolle Barockmöbel

« Die Kunstfertigkeit des Absolutismus »

Im Barock waren Möbel und Gebäude nicht nur von einer opulenten Pracht geprägt, die den Status ihrer Besitzer untermauerten. Kennzeichnend sind auch die Leidenschaftlichkeit und die bewegende Dynamik der Objekte, die über den Nutzen hinaus das räumliche Umfeld aufwerteten. Dank der sinnlichen Komponenten und den Assoziationen mit einer glamourösen Hofkultur verleihen Stilelemente der Epoche bis heute verschiedenste Wohnwelten einen exquisiten Touch.

Ausschweifender Lebensstil als politisches Instrument

Das Barock ist eng mit dem Absolutismus als Herrschaftsform verknüpft. Unter anderem sorgten die Reformation von 1517 bis 1648 und die Spaltung des westlichen Christentums dafür, dass bestehende Machtverhältnisse ins Wanken gerieten. Die katholische Kirche war davon ebenso betroffen wie der weltliche Adel. Zwischen den Religionskriegen im 16. und 17. Jahrhundert bis hin zu den Revolutionen des 18. Jahrhunderts entwickelte sich mit einer Machtbetonung der katholischen Kirche und den absoluten Monarchien eine Gegenreformation. Ein strategisches Instrument für die Bindung des Adels an einen Monarch war die höfische Kultur. Allen voran definierte der König über seine Bauten, Kleidungsstücke und Feste eine glamouröse Lebensart.

Fürsten und weitere Adlige sahen sich verpflichtet, dieser Hofkultur nachzueifern und sich gegenseitig zu überbieten.

Da sich der kostspielige Lebensstil nur mit der Unterstützung des Herrschers finanzieren ließ, ergab sich eine zunehmende Abhängigkeit. An diesem Punkt kommt der barocke Stil ins Spiel, der als Kunstform dem Streben nach Reichtum gerecht wurde.

Triumph als ästhetisches Thema

Kunstgeschichtlich geht es um die Epoche zwischen 1575 und 1770, die in den Frühbarock bis Mitte des 17. Jahrhunderts und den Hochbarock von 1650 bis 1720 unterteilt wird. Es schließt sich der Spätbarock bis im fortgeschrittenen 18. Jahrhundert an, der auch als Rokoko bezeichnet und von Experten teilweise als eigenständige Kunstepoche aufgefasst wird.

Luxuriöses Interieur im Rokoko-Stil
© victor zastol’skiy / Fotolia.com

Insgesamt geht es um zweihundert Jahre, in denen sich die Gebäude, Möbel und Kunstobjekte keinen eindeutigen Charakteristiken und Regeln unterwarfen. Außerdem war der Übergang hin zur barocken Hochzeit fließend und es wurden einige Elemente der vorhergehenden Renaissance übernommen.

Verwandtschaft statt Polarität zu den angrenzenden Kulturepochen

In der Renaissance legten die Architekten und Künstler Wert auf ausgewogene Konzepte und orientierten sich an der Formensprache der Antike. Wenngleich die Bauten oder Möbel durch ihre Maße monumental wirkten, ist eine harmonische Ästhetik mit klaren Gestaltungslinien kennzeichnend. Sowohl die Mode mit ihren Halskrausen und geschlossenen Oberteilen als auch Mobiliar dieser Zeit wirken streng und steif. Von dieser rationalen Aura distanzierte sich der Barock-Stil zunehmend.

Luxuriöses barockes Wohnzimmer
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Die Vorliebe für imposante und wuchtige Entwürfe wurde bei den Schlössern ebenso übernommen wie bei den Einrichtungsobjekten. Allerdings lösten sich die Baumeister und Möbelbauer von den klaren Linien zugunsten einer fesselnden Dynamik und einem Prunk, der sich im Sinne der konkurrierenden Auftraggeber steigern ließ.

Vom eindrucksvollen Luxus zum übersteigerten Glamour

Die Verdeutlichung von Macht und das Übertreffen anderer Adelssitze waren ein zentrales Thema der künstlerisch Schaffenden, die von den Königen, Fürsten oder Kirchen beauftragt wurden. Als Quintessenz ergaben sich ausschweifende und geschwungene Formen, um die monumentale Statur zu unterstreichen.

Im Sinne dieser pompösen Wirkung wurden zuvor abgegrenzte Kunstgattungen wie Skulpturen, Malerei und Architektur vermischt.

Außerdem wurden immer mehr Techniken zur Veredelung wie eine Hochglanzpolitur und Materialien für den Dekor wie Blattgold, Halbedelsteine, Perlmutt oder Elfenbein ins Spiel gebracht. Schließlich musste das Mobiliar der Opulenz der adligen Gemäuer gerecht werden und das bereits Gesehene überbieten.

Antikes Interieur in barockem Stil
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In der Quintessenz wirken vor allem antike Landhausmöbel, die dem Rokoko zugeordnet werden, häufig überladen. In dieser Phase verabschiedete man sich auch von der Symmetrie, an der Barock-Möbel zuvor noch festhielten.

Zoom auf die prachtvollen, praktischen und innovativen Aspekte

Versailles, Belvedere oder Schönbrunn: Für berühmte Schlösser dieser Art waren Barock-Möbel gedacht, die mit einer beispiellosen Liebe zum Detail ausgeschmückt wurden. Zunächst war der aufwendige Wohnstil nur dem Adel vorbehalten, weckte später aber zum Beispiel das Interesse wohlhabender Kaufmannsfamilien in den Hansestädten. Da die Maße und die exklusive Ausgestaltung mit dem Bauwerk harmonieren mussten, fiel das Interieur nicht immer so gigantisch aus wie in den Märchenschlössern.

Großes barockes Schlafzimmer
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Teilweise wirken barocke Antiquitäten aus dieser Zeit sehr behaglich und fokussieren sich auf ausgewählte Details der kunstgeschichtlichen Ära. Gleiches gilt für die darauffolgenden Kunstepochen bis hin zur Gegenwart, in denen Designelemente aufgegriffen werden und sich der Barock-Stil lediglich an feinen Details festmachen lässt.

Typische Details barocker Landhausmöbel

Fabelhaft lassen sich die unverkennbaren Stilzitate an einer modernen Linie für Landhausmöbel illustrieren.

Nachttisch CARLA in barockem Stil weißAuffällige Schnitzereien und dekorative Möbelbeschläge

Der Nachttisch Carla erinnert beispielsweise mit mehreren Schubladen an eine Kommode, die im Barock als innovative Möbelgattung vorgestellt wurde. Typisch für die Zeit sind die geschnitzten Verzierungen in Form von Akanthusblättern.

Wenngleich das schmückende Laubwerk eine lange Tradition in der Kunstgeschichte hat, war es bei barocken Arbeiten sehr häufig zu sehen. Der Wunsch nach einer dynamischen und außergewöhnlichen Ästhetik jenseits des Nutzens spiegelte sich in den Beschlägen wider.

So wurden zum Beispiel im Absolutismus die Möbelgriffe detailreich gestaltet und aus hochwertigen Werkstoffen wie goldig schimmerndem Messing gefertigt.

Schwungvolle Linien, Oberflächenveredelung und eindrucksvolle Extras

Das Bett Carla begeistert beispielsweise mit seinem erhabenen Charakter und verleiht dem Schlafzimmer ein exklusives Ambiente. Zu verdanken ist dieser Eindruck der geschweiften und ausladenden Form, mit der eine dynamische Wirkung erzielt und die räumliche Präsenz verstärkt werden. Details wie der geschnitzte Aufsatz am Kopfende sind funktional überflüssig und möchten lediglich das Interesse des Betrachters wecken.

Bett CARLA Verzierungen handgeschnitzt weiß matt lackiert 140x200 cm

Eben dieses ästhetische Plus ohne praktischen Mehrwert war typisch für die barocke Lebensart. In den früheren Phasen des Barocks wurde Nussbaum bevorzugt, dessen natürliche Maserung häufig durch Hochglanzpolitur in Szene gesetzt wurde. Vor allem im Spätbarock waren aber auch gestrichene Holzmöbel beliebt, sodass die weißen Oberflächen treffend gewählt sind.

Unentbehrliches Novum aus barocker Zeit

Wer sich bei den opulenten Festen der höfischen Kultur einen respektablen Auftritt wünschte, konnte auf einen exquisiten Kleidungsstil mit ausladenden Röcken oder weiten Kniehosen und aufwendig gearbeiteten Oberteile nicht verzichten. Diese kostbaren Outfits sprachen für die hängende Aufbewahrung und forderten Platz ein.

Barocker Kleiderschrank CARLA mit Schnitzerei in der Front des Kopfteils weiß

Deshalb gehört der zweitürige Kleiderschrank zu den bedeutenden Neuerungen der Barock-Möbel. Die geschwungenen und verzierten Füße verleihen dem geräumigen Schrank eine spielerische Leichtigkeit. Stilistisch knüpfen die fein ausgearbeiteten Füße aber zugleich an der Renaissance an, da für dieses Möbelgenre eher Kugelfüße bevorzugt wurden. So wird das gegenwärtige Landhausmöbel zugleich der Tatsache gerecht, dass die epochalen Übergänge fließend sind.

Landhausmöbel-Romantik für lebensbejahendes Ambiente

Der Kunstbegriff leitet sich von dem portugiesischen Wort „barroco“ ab, das konkret für die Beschreibung von ungleichmäßigen Perlen und später in Europa generell für verzerrte Formen oder trügerischen Wucher verwendet wurde. Damit zielten die damaligen Kritiker darauf ab, die barocke Kunstform als geschmacklos abzuwerten. Erst später erhielt der Barock die positive Nuance, die es sich verdient hat.

Schubladenkommode JULIETTE im Barockstil Weiß

Seit seiner Schöpfung hat der Kunststil nichts von seiner Faszination verloren und inspiriert viele Designer. Nicht zuletzt hängt diese Begeisterung damit zusammen, dass durch die Intellektuellen und die Adligen der Zeit die Sinnesfreude und das Leidenschaftliche kultiviert wurden.

Durch einen Barock-Stil erhalten Landhausmöbel oder Einrichtungsobjekte anderer Genres eine emotionale Komponente, die sich sehr angenehm aufs Flair auswirkt.

Diese modernen oder antiken Möbel gleichen einem Bekenntnis dazu, das Leben mit all seinen schönen Facetten bewusst zu genießen. Deshalb wertet eine barocke Signatur nahezu jede Wohnwelt auf.