Startseite | Landhaus-Restaurationen | Brandflecken von Holz entfernen oder kreativ kaschieren
© 5second / Fotolia.com

Brandflecken von Holz entfernen oder kreativ kaschieren

Beim Dinner kippt versehentlich eine Kerze um, schon ist es passiert: Auf dem Holzmöbel hebt sich eine dunkel gefärbte Stelle hervor, die den ästhetischen Gesamteindruck beeinträchtigt. Glücklicherweise gibt es einige Möglichkeiten, mit denen Sie Brandflecken von Holz entfernen oder zumindest mildern können. Falls der Schaden für die klassischen Möglichkeiten zu groß ist, lassen Sie sich von Ideen für das optische Kaschieren der Brandspuren inspirieren.

Nur bedingt hilfreich: Hausmittel bei Brandflecken auf Möbeln

Wer Brandflecken am Holz von Tischen oder Kommoden zu beklagen hat, kann den Schaden schlichtweg durch das geschickte Platzieren einer Tischdecke oder Obstschale verbergen. Dauerhaft überzeugt diese Notlösung nicht, da die Vorstellungen von der Dekoration abhängig vom Anlass oder der Saison variieren. Wenn die Brandspur nicht allzu eklatant ist, testen Sie zunächst diverse Hausmittel. In einigen Fällen hat es sich bewährt, Mayonnaise auf den Fleck aufzutragen und einwirken zu lassen. Von der puren Anwendung wird ebenso berichtet wie von Kombinationen mit Asche. Dazu bildet das Einstreichen mit frisch gepresstem Zwiebelsaft eine Alternative, der ungefähr einen halben Tag einwirken sollte.

NATURA LINE Rohes Leinoel

Handelt es sich um dunkel furnierte Holzmöbel, empfehlen Experten eine Behandlung mit Leinöl, das zu den traditionellen Mitteln für den Schutz, die Restauration und die Pflege des natürlichen Werkstoffs gehört. Die Methoden mit Mayonnaise, Zwiebelsaft und Leinöl haben etwas gemeinsam: Es geht eher um das Mildern als das gänzliche Entfernen der Brandflecken. Außerdem zeigen die Hausmittel nur bei Verfärbungen durch eine heiße Glut oder Flamme ihre positive Wirkung. Ist das Holz an der Schadstelle tatsächlich verkohlt, helfen die Hausmittel gegen Brandflecken allesamt nicht weiter.

Holzflächen punktuell oder komplett auffrischen

Wer sich für naturbelassene, geölte oder gewachste Massivholzmöbel entschieden hat, profitiert bei der Fleckenentfernung stets von einigen Vorteilen. Oftmals genügt es, optisch beeinträchtigte Stellen punktuell zu restaurieren. Überschaubare Brandflecken auf dem Holz schleifen Sie mit einem feinkörnigen Papier vorsichtig an, bis die Verfärbung gänzlich abgetragen wurde. Dabei ist es wichtig, dass nicht zu viel des Materials gelöst wird. Ansonsten entsteht eine Delle, die sich später unschön hervorhebt. Den Schleifstaub entfernen Sie sorgfältig und frischen anschließend den Oberflächenschutz passend zur Erstbehandlung mit Öl oder Wachs wieder auf.

Holzflaechen punktuell oder komplett auffrischen
© e_serebryakova / Fotolia.com

Wenn Sie größere Brandflecken am Holz entfernen möchten, sollten Sie sich bei der Oberflächenrestauration nicht nur auf den angesengten Bereich fokussieren. Auch bei einer peniblen Vorgehensweise besteht die Gefahr, dass sich augenfällige Farbunterschiede zwischen den aufgefrischten und nicht behandelten Partien ergeben.

Holzoel

Gleiches gilt, wenn die letzte Grundpflege mit Holzöl oder Holzwachs bereits einige Zeit zurückliegt. Deshalb ist es in vielen Fällen empfehlenswert, nach dem Abschleifen der Brandspuren das Holz generell leicht anzuschleifen und die Oberflächenveredelung zu erneuern. So beseitigen Sie nicht nur die Folgen des Malheurs, sondern verhelfen dem Möbelstück insgesamt zu neuem Glanz.

Brandlöcher mit Holzmasse oder Wachskitt auffüllen

Aufwendiger gestaltet sich das Beseitigen der Brandspuren bei lackierten Möbeln, da grundsätzlich nur das Lösen und Erneuern der gesamten Lackschicht zur Diskussion steht. Umfangreichere Ausbesserungsarbeiten stehen ebenfalls an, wenn Sie wegen einer intensiven Hitzewirkung Brandflecken aus dem Holz entfernen müssen. Denn nach dem Abtragen des verkohlten Werkstoffs bleiben tiefere Kerben zurück. Selbst kleine dunkle Punkte beeinträchtigen vor allem bei hellem Echtholz den Gesamteindruck.

Natura Line Bio Holzspachtel gebrauchsfertiger Einkomponenten-Holzkitt auf Wasserbasis

Deshalb ist es bedeutend, die Delle beispielsweise mit einem Dremel akkurat auszuschleifen. Danach füllen Sie die entstandene Vertiefung mit einer geeigneten Holzspachtelmasse auf und gönnen der ausgebesserten Stelle nach der Trocknungszeit nochmals einen Feinschliff. Bei einigen Objekten können Sie zudem mit Wachsstangenkitt arbeiten, um die Unebenheiten auszugleichen.

Hartwachsstangenkitt

Selbstverständlich müssen Sie nach derartigen Reparaturen die Möbel mit Öl, Wachs oder Holzlack schützen. Denken Sie außerdem daran, nach strapazierenden Behandlungen mit Hausmitteln oder Ausbesserungsarbeiten die Holzmöbel zu pflegen. Hierfür eignet sich eine hochwertige Möbelpolitur, die sowohl dem ästhetischen Eindruck als auch dem Holzschutz zugutekommt.

Aus der Not eine kreative Tugend machen – Holzschäden kaschieren

Die Ausmaße, die Tiefe und andere Aspekte können dazu führen, dass sich die Brandflecken nicht entfernen lassen. Trotzdem sind viele Möbel aus wertvollem Echtholz oder mit einem schönen Furnier erhaltenswert. Mit etwas Kreativität können Sie die geliebten Objekte retten und sogar außergewöhnlich aufwerten. Kollektionen mit Farbkontrasten liegen ohnehin im Trend. Deshalb spricht nichts dagegen, beispielsweise die beschädigte Ablage einer Kommode in einer sehr dunklen Holzfarbe wie Palisander und die verbleibenden Flächen weiß zu beizen.

Holzschutzwachs HU 005

Für eine angesengte Anrichte können Sie sich im Fachbetrieb eine Glasplatte zurechtschneiden lassen. Vor dem Auflegen des Glaselements drapieren Sie auf dem Möbelstück interessante Souvenirs aus Papier und beziehen die beschädigten Stellen ein. Diese Idee bringt den Vorteil mit, dass Sie die ausgefallene Oberflächengestaltung regelmäßig verändern können. Sehr passend wirken im Sommer Ansichtskarten aus sonnenverwöhnten Ländern, während mit der Adventszeit lustige Schnappschüsse von Ihren Weihnachtsfesten harmonieren.

Kunstvoll lässt sich ein Tisch mit Mosaiken aufpeppen.

Zunächst wird die Holzfläche leicht angeschliffen, bevor die arrangierten Steine mit Kraftkleber fixiert und die Aussparungen mit Fugenmasse aufgefüllt werden. Attraktiv sind nicht nur klassische Muster aus Mosaiksteinen. Besonders individuell wirkt das Ergebnis, wenn Sie gesammelte Muscheln aus dem Badeurlaub oder die Scherben von Omas angeschlagenem Porzellan ins Spiel bringen.