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Der Biedermeier im Landhaus

« Antike Möbel – schlicht, schick und harmonisch »

Wer sich nicht zu den Kunstkennern zählt, stellt sich die Möbel zwischen 1815 und 1848 bieder, rückwärtsgewandt und altmodisch vor. Diese Assoziation greift allerdings zu kurz, denn die Epoche weist viele Parallelen zu den gegenwärtigen Trends auf und harmoniert bestens mit dem modernen Landhausstil. Dementsprechend clever erweist sich ein Duett aus aktuellen Einrichtungslinien und repräsentativen Antiquitäten, bei denen es sich ausschließlich um Biedermeier Möbel handelt. Lassen Sie Ihre Phantasie beflügeln und entscheiden sich für eine Landhausidylle, die verblüffend schick, elegant und funktional akzentuiert ist.

Biedermeier-Türdrücker Eisen antikUrheber eines unvergänglichen Stils – Ruhe suchende Bürger im Vormärz

Das digitale Zeitalter ist angebrochen und die Gegenwart mit ihren technischen Errungenschaften, politischen Umbrüchen und neuen Herausforderungen wird als schnelllebig und hektisch empfunden. Daraus ergibt sich das zunehmende Bedürfnis nach einem harmonischen Lifestyle in einem Zuhause, für das gerne ein gemütlicher Landhausstil mit antiken Akzenten gewählt wird. Nicht viel anders ging es den Bürgern im Vormärz, in dem der Biedermeier entstand. Die napoleonischen Kriege fanden das lang ersehnte Ende und beim Wiener Kongress wurde Europa neu geordnet. Parallel wurden in Österreich, Preußen und den übrigen deutschen Staaten demokratische Bestrebungen möglichst im Keim erstickt. Obendrein setzte sich zunehmend die Industrialisierung durch und kündigte ein neues Zeitalter mit tiefgreifenden Veränderungen in allen Lebensbereichen an. Abgesehen von einigen Aktivisten reagierte das Bürgertum auf die Melange aus restriktiver Politik, finanzieller Krise und technischen Innovationen mit einem erhöhten Bedürfnis an familiärer Gemütlichkeit. Dementsprechend bedeutend war eine ansprechende Wohnungseinrichtung, die zum gemeinsamen Verweilen einlud und zur bürgerlichen Lebensphilosophie passte.

@wikipedia – Huhu Uet
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Bescheiden, aber elegant

Bereits die finanziellen Mittel sprachen dafür, den Entwurf der Biedermeier-Möbel etwas schlichter und pragmatischer anzugehen. Außerdem ging es den Bürgern darum, sich bewusst von aristokratischen Werten zu distanzieren, bei denen das luxuriöse Interieur ein Symbol der persönlichen Macht war. Deshalb wurde auf prunkvolle Verzierungen ebenso verzichtet wie auf exotische Hölzer, die in vorhergehenden Epochen eine wesentliche Rolle spielten. Bevorzugt wurden klare Formen mit wohl dosierten dekorativen Elementen aus dem Klassizismus oder dem Empire und helle Hölzer von heimischen Obstbäumen. Ins Rampenlicht wurde die Schönheit des Werkstoffs mit seiner einzigartigen Maserung gerückt, indem die Biedermeier-Möbel glatt gearbeitet und mit einer glänzenden Politur versehen wurden. Diese Symbiose aus Anmut und Bescheidenheit entfaltet eine leichte Eleganz, die den modernen Landhausstil ästhetisch aufwertet.

@wikipedia – Mattes
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Brillant durchdachte Funktionalität

Aufgrund der formalen Klarheit sind die handwerklich soliden Objekte aus dem Biedermeier zeitlos und faszinieren unabhängig von modischen Trends. Beinahe visionär war die ausgeklügelte Funktionalität der Möbelstücke, die gerne mit einer Vielzahl an praktischen Schubladen und Fächern ausgestattet wurden. Wer beispielsweise den Deckel eines Nähtisches aus dieser Zeit hebt, blickt zumeist auf ein mehrfach unterteiltes Innenleben für die Unterbringung verschiedenster Utensilien. Da kommt sogleich der Wunsch auf, dass sich gegenwärtige Designer von dieser Epoche im 19. Jahrhundert inspirieren lassen. Tatsächlich scheint dies der Fall zu sein, denn immer mehr Kleinmöbel aus den aktuellen Kollektionen versuchen mit ihrer geradlinigen Architektur, naturbelassenem Massivholz und dem funktionalen Plus zu überzeugen.

@wikipedia – Dguendel
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Elegantes Duo aus dem 19. und 21. Jahrhundert

Die Parallelen zwischen dem Biedermeier und derzeitigen Trends zu puristischen Wohnwelten oder schlichten Möbeln im Landhausstil lassen sich also nicht von der Hand weisen. Deshalb profitieren beide Einrichtungsstile der Gegenwart von einem Tête-à-Tête mit den Antiquitäten aus dem 19. Jahrhundert. Besonders ästhetisch wirkt das Rendezvous, wenn Sie dem heutigen Möbeltrend den Vorrang gewähren und lediglich einzelne Repräsentanten aus der Biedermeier-Epoche integrieren. Eventuell können Sie antike Beschläge aufspüren, um neuen Schränken einen historischen Akzent zu gönnen.

@wikipedia – Huhu Uet
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Da Biedermeier-Möbel bereits den Klassizismus und Empire zitieren, können Sie auf den Mix mit Antiquitäten aus weiteren Epochen verzichten. Das Duett aus dem modernen Landhausstil und dem Biedermeier genügt vollkommen und ist ein sehr eleganter Weg, um die Einrichtung außergewöhnlich und harmonisch zu gestalten. In der bürgerlichen Wohnung zwischen 1815 und 1848 waren insbesondere Kleinmöbel sehr beliebt, die sich im alltäglichen Leben als nützlich erwiesen. Darüber hinaus war der Esstisch als gemütlicher Treffpunkt für die Familie sehr wichtig. Wer sich bei der Recherche nach Antiquitäten auf Möbel aus Biedermeiers Zeiten fokussiert, greift die künstlerische Ära sehr authentisch auf.

Drücker-Set Biedermeier Messing patiniert mit Drückerrosetten

Antiquarische Meisterwerke für den modernen Lifestyle

Im Wohnzimmer ist beispielsweise ein glanzvoll polierter Esstisch mit Mittelfuß aus Kirsche oder Nussbaum begehrenswert, der zum stilvollen Dinner mit Freunden einlädt. Ebenso interessant ist ein Nähkästchen aus dem Biedermeier, das antike Beschläge aufweist und mit zahlreichen Fächern im Inneren begeistert. Dieses Kleinmöbel eignet sich wunderbar, um den Stil der Dinner-Tafel aufzugreifen und passt zu den gegenwärtigen Bedürfnissen besser als gedacht. Die Nähtische empfehlen sich zum Beispiel als kompakter Laptop-Tisch im Wohnbereich, in den Utensilien wie Speicherkarten, USB-Sticks und Ladekabel griffbereit verstaut werden können.

@wikipedia – Sailko
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Kleinmöbel aus dem Vormärz für alle Wohnbereiche

Für einen Hauch von Nostalgie und Bistro-Flair in der Küche ist der Wiener Kaffeehausstuhl die treffende Wahl, der im Spätbiedermeier von Michael Thonet entworfen wurde. Dem bedeutenden Designer gelang es in seiner Manufaktur erstmals, mit einem Wasserdampf-Verfahren Holz zu biegen. Dadurch avancieren die zierlich anmutenden, abgerundeten Sitzgelegenheiten zu einem Symbol für den technischen Fortschritt, der die Bevölkerung zur Zeit bewegte. Damit die Epoche auch in anderen Räumen anzutreffen ist, empfiehlt sich im Antiquariat die Suche nach einem Nachtkästchen fürs Schlafzimmer, einer Truhenbank für den Flur und einem Schemel für das Badezimmer. Diese wenigen Biedermeier-Möbel genügen vollkommen für das schicke Crossover aus Historie und Moderne.

Drücker-Set Biedermeier Messing Glanz mit Rosetten BB

Antike Beschläge und Scherenschnitte als i-Tüpfelchen für den Landhausstil

Passend zu den Kleinmöbeln, die punktuell ihren historischen Charme versprühen, ergänzen Sie dekorative Details. Eine sehr gute Möglichkeit für die diskrete Nostalgie sind antike Beschläge. Mit diesem Zubehör können nicht nur moderne Möbelstücke aufgepeppt werden. Ein Briefschlitz an der Haustür, einzelne Garderobenhaken im Flur oder antike Beschläge am Fenster: Derartige Accessoires erfüllen einen Zweck, heben sich auf den zweiten Blick hervor und runden den Einrichtungsstil gekonnt ab. Eine wunderbare Ergänzung sind zudem antike Türdrücker und Drückergarnituren, die ganz zum Stil des Biedermeiers passend gefertigt wurden. Über antike Beschläge hinaus können Sie beispielsweise mit Scherenschnitten als Wanddekoration einen Bezug zu der Epoche herstellen.

Drücker-Set Biedermeier Eisen antik mit Langschild BB 72

Humorvolles Spiel mit den Kontrasten

Der Begriff für die Epoche geht auf die historische Figur Gottlieb Biedermaier zurück, die in einer satirischen Zeitschrift des 19. Jahrhunderts immer wieder auftauchte. Nachdrucke und Originale dieser „Fliegenden Blätter“, die ab 1845 aufgelegt wurden, finden Sie im Bücherantiquariat. Diese Zeitzeugnisse verweisen ähnlich dezent wie antike Beschläge auf die künstlerische Epoche. Die humoristische Wochenschrift, die zunächst vom Verlag Braun & Schneider herausgebracht wurde, ist reich mit amüsanten Karikaturen bestückt. Wer sich eine ausgefallene Wanddekoration wünscht, rahmt einzelne Seiten aus weniger gut erhaltenen Heften und bringt die Besucher des Hauses damit zum Schmunzeln. Denn die satirischen Illustrationen kritisieren genau den vermeintlich rückwärtsgewandten Lebensstil in der Biedermeier-Epoche, der in Ihrem Zuhause so angenehm, modern und elegant wirkt.

@wikipedia – E. G. Kirchner / Mehlauge
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