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Grundieröl für Holz

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Grundieröl schützt das Naturmaterial Holz, verbessert das ästhetische Gesamtergebnis und erleichtert die Pflege. Das gilt für die Möbelrestauration ebenso wie für neue Objekte aus naturbelassenem Holz. Werden einige Tipps berücksichtigt, ist die Vorbehandlung unkompliziert.

Merkmale einer qualitätvollen Holzgrundierung

Der Name verrät den Zweck: Zuerst wird Grundieröl auf das Holz aufgetragen. Danach ist der Werkstoff bereit für weitere Techniken der Oberflächenveredelung. Normalerweise besteht es jeweils zur Hälfte aus öligen Substanzen und Verdünner. Man bezeichnet das Produkt deshalb auch als Halböl. Für Holzmöbel spricht die Natürlichkeit des Materials. Sie wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Doch dieser Vorzug relativiert sich, wenn der aufgetragene Holzschutz synthetische oder sogar bedenkliche Wirkstoffe enthält.

Mann streicht Holztür mit Grundieröl
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Es ist somit sinnvoll, ein hochwertiges Grundieröl zu verwenden. Erfahrene Hersteller wie Borma Wachs kombinieren bei der Formulierung gekonnt verschiedene Öle und Terpentine mit natürlichem Ursprung. Chemische Komponenten wie Formaldehyd kommen bei der Rezeptur hingegen nicht zum Zug. So überzeugen die Qualitätsprodukte einerseits mit ihrer hohen Wirksamkeit und leichten Anwendung. Außerdem belasten sie Raum- und Wohnklima nicht. Pfiffige Marken verleihen dem Holzöl außerdem einen angenehmen Duft. Das ist begrüßenswert, wenn man die Schutzbehandlung im Wohnraum vornimmt.

Grundieröl - für alle Hölzer von Borma Wachs

Behandlung für den tiefenwirksamen Holzschutz

Wer die Möbel oder den Holzboden ohnehin ölen möchte, hält den vorbereitenden Schritt manchmal für überflüssig und verzichtet auf den Einsatz von Grundieröl. Der Gedanke liegt nahe, zielt aber an der Realität vorbei. Grundieröl ist so zusammengesetzt und beschaffen, dass es tief eindringt. Die Holzmöbel werden dadurch aber nicht nur von innen heraus gegen Feuchtigkeit geschützt. Darüberhinaus beugt die Behandlung auch Holzschädlingen vor, welche danach deutlich geringere Chancen haben, ihr Unwesen zu treiben. Öl für die Holzveredelung wird hingegen so konzipiert, dass es schnell aushärtet. Das verleiht den Oberflächen einen strapazierfähigen Charakter.

Wer auf modernes Grundieröl für Holz verzichten möchte, kann alternativ reines Leinöl anwenden. Bei dieser ursprünglichen Methode sind allerdings mehrere Vorbehandlungen ratsam. Unverzichtbar ist das Grundieren bei Objekten im Außenbereich. Gleiches gilt für Holzflächen im Innenbereich, die stärker beansprucht werden, wie das etwa bei Böden, Tischplatten oder Sitzflächen aus Holz der Fall ist. Empfehlenswert ist die Grundierung für alle Holzmöbel, weil sie Schädlinge ausbremst und zur Langlebigkeit beiträgt. Dabei ist nebensächlich, ob das Holz später gewachst, lasiert oder lackiert wird.

Natura Line - Rohes Leinöl

Lebendige Ästhetik durch „anfeuern“ der Maserung

Grundieröl nährt und sättigt das Holz. Es mutet dadurch gepflegter an. Nach der Anwendung verstärkt sich die Helligkeit des Frühholzes. Der Farbton des dunklen Spätholzes erscheint kräftiger als vorher. So intensivieren sich die Farbkontraste insgesamt. Die ästhetische Quintessenz bezeichnet man als Anfeuern der Maserung. Die Möbel strahlen geradezu, wenn bereits die Grundierung die Struktur in den Tiefen inszeniert. Es hängt vom persönlichen Geschmack ab, wie stark Sie die Holzmaserung betonen möchten. Manche Weichhölzer wie Fichte wirken unbehandelt schon sehr lebhaft. Werden sie zusätzlich angefeuert, kann das Endergebnis zu unruhig anmuten. Weiß pigmentiertes Grundieröl für Holz mildert den Anfeuerungseffekt. Das Gesamtresultat lässt sich außerdem durch die Wahl des Veredlungsprodukts beeinflussen, das Sie anschließend auftragen. Holzöl mit UV-Blocker unterstreicht meist die naturgegebene Schönheit, ohne die Kontraste zu forcieren.

Mann ölt Holzboden mit Grundieröl für Holz
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Ebenmäßiges und tadellose Erscheinungsbild

Naturholz weist Unregelmäßigkeiten auf. Gleiches gilt für abgeschliffene Holzwerkstoffe bei der Möbelrestauration. Das führt zum Beispiel dazu, dass einige Partien grobporig und andere Stellen feinporig sind. Angewendete Substanzen werden vom Material dadurch ungleichmäßig aufgenommen. Die Grundierung sättigt das Holz in der Tiefe. Demzufolge wirken die anschließend applizierten Versieglungen eher oberflächlich. So mindert sich die Gefahr, dass ein Finish ungleichmäßig erscheint. Das ist vor allem vorteilhaft, wenn man später ein pigmentiertes Öl aufträgt. Denn dringen die Farbpartikel stellenweise intensiver ein, sehen die Möbel fleckig aus. Ein edles Restaurierungsöl hat seinen Preis. Ausgefallene Lasuren und Lacke knabbern ebenfalls am Budget. Wer zuerst grundiert, benötigt weniger von den Veredelungsprodukten. So zahlt sich die Mühe doppelt aus, die man in die Materialvorbereitung investiert.

Tipps für die Praxis

Das Grundieren ist zwar ein vorbereitender Arbeitsschritt. Sofort durchstarten sollte man trotzdem nicht. Bei der Restauration werden zunächst alte Beschichtungen entfernt. Frisch angefertigte Naturholzmöbel befreit man von Splittern und schroffen Fasern. Dafür empfiehlt sich beispielsweise eine grobe bis mittelfeine Stahlwolle. Wer einen Holzboden saniert, organisiert sich fürs Abschleifen eine Maschine. Besteht nicht die Möglichkeit sich im Freundes- oder Bekanntenkreis eine Schleifmaschine zu borgen, besteht die Möglichkeit auf Baumärkte auszuweichen, viele bieten Leihgeräte an. Nach dem Schleifen wird der entstandene Staub entfernt. Erst nach der sorgfältigen Reinigung kann das Grundieröl auf das Holz aufgetragen werden. Das erfolgt bei Möbeln mit einem fusselfreien Lappen oder Pinsel. Eine spezielle Rolle mit langer Führungshilfe ist für Böden praktisch. Achten Sie darauf, das Öl gleichmäßig zu verteilen. Es sollte innerhalb der beschriebenen Einwirkzeit vollständig einziehen. Falls Rückstände verbleiben, werden sie mit einem Tuch abgenommen.

STAHLWOLLE - Grad 2

Nach der empfohlenen Trocknungszeit begutachten Sie das Ergebnis. Meist genügt eine Schicht. Erscheint das Zwischenresultat unregelmäßig, können Sie das Grundieröl nochmals anwenden. Werden die Gartenmöbel zum Beispiel wegen wechselhafter Witterung stark beansprucht, kann ein Zweitauftrag ebenfalls sinnvoll sein. Abschließend widmen Sie sich dem Finish. Bleiben Sie dabei dem Öl treu, wenn sie eine naturnahe Holzästhetik bevorzugen. Ähnlich authentisch mutet eine Wachsversiegelung an. Beide Varianten punkten damit, dass sie die Möbelpflege erleichtern. Denn im Alltag genügt das Abwischen mit trockenen oder nebelfeuchten Tüchern. Für die gelegentliche Verjüngungskur empfiehlt sich ein Wachsbalsam oder das Möbelöl, das Sie bereits für die Holzversiegelung verwendet haben.

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