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Holzwurm bekämpfen

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Bei Antiquitäten bezeugen winzige Löcher, dass ein Holzwurm die Möbel heimsuchte. Vereinzelt haben die Spuren der Zeit ihren Charme. Der erneute Befall ist aber unerwünscht. Das gilt für neue Objekte ebenso wie Antikmöbel. Taucht der Parasit trotzdem auf, sollte man ihn mit einem Hausmittel bekämpfen.

Parasiten mit Vorliebe für Holzmöbel

Der gemeine Nagekäfer erreicht nur eine maximale Länge von fünf Millimetern. Er zählt trotzdem zu den holzzerstörenden Insekten, die beträchtliche Schäden anrichten können. Abgesehen hat er es auf verbautes Nutzholz. Damit ist beispielsweise der Werkstoff von Möbeln oder Vertäfelungen gemeint. Das Alter ist ebenso nebensächlich wie die Holzart, aus denen sie gefertigt sind.

Der Schädling sieht seinen Verwandten recht ähnlich, deren Anwesenheit im Haus unproblematisch ist. Ohne eine wissenschaftliche Untersuchung mit Präparation ist es kaum möglich, ihn eindeutig zu identifizieren.

Entdeckt man einen verdächtigen Käfer in der Wohnung, ist eine Einschätzung der Gefahr demnach fast unmöglich.

Die Notwendigkeit ergibt sich auch nicht. Es ist zum Beispiel unwahrscheinlich, dass der Parasit über das Kaminholz in Innenräume gelangt. Der Brennstoff bietet nämlich nicht das Klima, dass die Gattung zum Überleben benötigt.

Nahaufnahme eines Tisches mit Löchern vom Holzwurm
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Der Käfer stellt nicht das Hauptproblem dar, weil er selbst das Holz nicht befällt. Er legt im verbauten Material seine Eier ab, aus denen sich Insektenlarven entwickeln. Sie werden umgangssprachlich als Holzwürmer bezeichnet. Der Naturwerkstoff ist nicht nur ihre Herberge, sondern gleichzeitig der Nahrungslieferant. Beim Fressen bevorzugt der Holzwurm weiches Frühholz und meidet hartes Spätholz. Das führt im Inneren zu Beschädigungen mit lamellenartiger Struktur. Experten erkennen daran im Nachhinein, welcher Holzparasit am Werk war. Wenn die Insektenlarven alle Wachstumsphasen hinter sich haben, entsteht ein Jungkäfer. Da er sich einen Weg nach außen bahnt, ergibt sich auf der Holzoberfläche ein Ausflugloch. Das ist ein deutliches Indiz, das auch Laien bemerken.

Holzschädling, der sich verrät

Löcher an der Oberfläche bezeugen den Ausflug. An ihnen lässt sich aber nicht ablesen, ob der Insektenbefall noch aktuell ist. Es kann sein, dass er Jahrzehnte zurückliegt. Dann hätte sich das Problem von selbst erledigt. Wer einen Holzwurm bekämpfen möchte, eruiert somit zuerst seine Präsenz. Es gibt Schädlinge, die sich beinahe perfekt tarnen. Das erschwert es, sie aufzuspüren. Der Holzwurm gehört glücklicherweise nicht dazu.

Nahaufnahme von Eicheln
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Die Fressgeräusche sind nicht sonderlich laut. Es ergibt kaum einen Sinn, auf verräterische Töne zu hoffen. Während sich die Larve am Holz bedient, gerät meist etwas Mehl nach außen. Tauchen die Fressspuren im Umfeld eines Möbelstücks auf, hat es einen Holzwurm an Bord. Es quillt nicht massenhaft Holzstaub nach außen, sondern lediglich ein Hauch. Profis platzieren deshalb das Objekt auf Papier, wenn sie einen Schädlingsbefall vermuten. Davon heben sich die Fressrückstände deutlicher ab. Danach warten sie einige Tage ab. Denn die Käferlarven legen Fresspausen ein, in denen sie sich nicht verraten. Während der Testphase wird die Unterlage regelmäßig kontrolliert. Landet dort kein Holzmehl, ist der Werkstoff höchstwahrscheinlich schädlingsfrei.

In seltenen Fällen kann es zur verzögerten Schädlingsentdeckung kommen. Denn die Nagekäferlarven durchlaufen über einen Zeitraum von bis zu acht Jahren mehrere Wachstumszyklen. Währenddessen sind sie manchmal nicht sonderlich aktiv. Es ist clever, ein verdächtiges Stück nach dem ergebnislosen Test im Auge zu behalten. So bannt man die Gefahr, einen Holzwurmbefall zu übersehen. Er ist nicht nur für das betroffene Einrichtungsobjekt problematisch. Die ausgeflogenen Käferweibchen suchen sich erneut Holz für die Eiablage. Dafür wählen sie gern den Ort, an dem sie geschlüpft sind. Das Schädlingsproblem könnte sich trotzdem auf andere Holzmöbel ausweiten.

Holztisch mit Löchern und Holzstaub durch Holzwurmbefall
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Praxistipps für die Holzwurmbekämpfung

Wird zügig gehandelt, lässt sich das betroffene Stück meist ohne umfassende Restaurationsarbeiten retten. Verstreicht zwischen dem Entdecken und Bekämpfen viel Zeit, machen die zahlreichen Fressgänge das Holz mürbe. Dann ist zum Beispiel die Tragfähigkeit von einem Tischbein nicht mehr gegeben. Wer den Esstisch weiter nutzen möchte, muss das Bauteil komplett austauschen.

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Es gibt bewährte Hausmittel gegen den Holzwurm, die sich einfach anwenden lassen. Im Sommer hilft ein ausgedehnter Zwischenstopp in der prallen Sonne weiter. Denn Hitze verträgt der Holzparasit nicht. Gleiches gilt für Frost. Er stirbt ab, wenn man Holzobjekte ins Gefrierfach legt oder bei sehr kaltem Wetter nach draußen bringt.

Tritt das Problem jenseits der Sommerzeit am großen Inventar auf, benötigt man andere Tipps. Eicheln eignen sich vortrefflich, um den Holzwurm zu bekämpfen. Die Früchte des Laubbaums zählen zu seinen Leibspeisen. Er steuert sie umgehend an, wenn man sie vor dem Schrank platziert. Das Bekämpfen war von Erfolg gekrönt, wenn eine Eichel ein Loch aufweist. Die Prozedur ist abgeschlossen, wenn in weiterer Folge die Köder unangetastet bleiben.

Holzmöbel im Schnee
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Alternativ setzt man auf Hausmittel, die der Parasit nicht mag oder ihn abtöten. Aus diesem Grund wird empfohlen, die Möbelflächen mit Zwiebeln einzureiben. Gleiches gilt für das Einspritzen von Essigsäure in die Wurmlöcher. Einige Betroffene haben gute Erfahrungen mit dem Auftragen von reinem Alkohol gemacht. Die Wirkung dieser Schädlingsbehandlung lässt sich forcieren, wenn man das Holzobjekt anschließend in Folie einwickelt.

Ungebetene Gäste durch Holzschutz fernhalten

Das Bekämpfen kann fürs Holz auch dann belastend sein, wenn naturnahe Hausmittel eingesetzt werden. Bei kostbaren Antiquitäten ist es sinnvoller, einen Fachbetrieb zu engagieren. Gleiches gilt für flächige Holzschäden, beispielsweise am Dachstuhl. Der Holzwurm mag keine Nässe, präferiert aber einen Feuchtigkeitsgrad von über zehn Prozent. Er liebt zudem eine kühle Umgebung. Wer in der Wohnung für ein ausgewogenes Raumklima sorgt, vermeidet böse Überraschungen. Auf das längere Einlagern im Keller oder auf dem Dachboden sollte man verzichten. Kommen von dort Fundstücke ins Haus, testet man die Antikmöbel vor dem Einzug.

Grundieröl schützt das Massivholz in den Tiefen vor Feuchtigkeit, die fast alle Holzparasiten fürs Überleben benötigen. Dem Feuchtigkeitsschutz dient außerdem die Oberflächenversiegelung mit Möbelöl. Stammt es von renommierten Marken, wird es meist mit natürlichen Substanzen wie Zedernöl angereichert. Die Larven fühlen sich davon abgestoßen. So trägt die Schutzbehandlung dazu bei, proaktiv den Holzwurm zu bekämpfen. Es gibt ergänzende Holzschutzmittel, die sich auf den Parasitenbefall fokussieren. Sie eignen sich meist zur Abtötung und Vorbeugung. Wer dazu greift, sollte auf eine sanfte Formulierung achten, die keine Materialschäden hervorruft

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