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Kerzen aus Paraffinwachs

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Kaum etwas trägt am Abend derart zur Gemütlichkeit bei wie sanft flackerndes Licht. Es genügen ein paar Tipps, damit Sie aus Paraffin Kerzen selber machen können. Wenn auch etwas aufwendiger geht die eigene Herstellung auch mit Bienenwachs relativ einfach. Harmonieren die Unikate perfekt mit der individuellen Dekoration und lenken schon vor dem Entzünden die Aufmerksamkeit auf sich. Außerdem sind die einzigartigen Wohnaccessoires ein wunderbares Geschenk.

Kerzen gießen aus Paraffin, Stearin oder Bienenwachs

Wer sich erstmals an das Hobby heranwagt, trifft auf drei verbreitete Rohstoffe. Sehr traditionell ist die Verwendung von Bienenwachs, das mit seinem angenehmen Duft und seiner ursprünglichen Ästhetik punktet. Allerdings ist die Verarbeitung des honiggelben Naturprodukts nicht ganz einfach und erwartet ein wenig Vorkenntnisse. Gleiches gilt für das pflanzliche oder tierische Stearin, das wegen seiner Brüchigkeit etwas Übung einfordert. Dem entgegen lassen sich aus Paraffin leicht Kerzen selber machen. Die vielseitige Nutzung beweist die einfache Verarbeitung. Es ist zum Beispiel bedeutend für die Kosmetikherstellung, das Ummanteln von Käsesorten wie Gouda oder eben bei der Kerzenherstellung. Der Großteil der Stumpenkerzen oder Tafelkerzen, die Sie im Handel finden, wird aus Paraffinwachs gefertigt.

Verarbeiten

Borma BienenwachsDa Paraffin aus Erdöl gewonnen wird, kamen gesundheitliche Bedenken beim Abbrennen auf. Laut einer umfangreichen Studie ist diese Sorge jedoch ebenso unbegründet wie bei Stearin oder Bienenwachs. Erstklassiges Paraffin wird roh raffiniert und hochgradig gereinigt, um sich sowohl für die Kerzenherstellung als auch für medizinische oder kosmetische Produkte zu empfehlen. Erhältlich sind verschiedene Qualitäten, die sich durch ihre flüssige, weiche oder harte Konsistenz bei Zimmertemperatur unterscheiden. Wer Kerzen selber machen möchte, greift auf Paraffinwachs zurück, das als Block angeboten wird. Dieser Rohstoff lässt sich nicht nur leicht verarbeiten – Kerzen aus hochwertigem Paraffin überzeugen mit ihrem gleichmäßigen Abbrand, ihrer langen Brenndauer und ihrem seidigen Glanz. Außerdem lädt der Werkstoff mit seinem neutralen Weiß zu kreativen Ideen ein, bei denen Sie zum Beispiel Wachsfarbe ins Spiel bringen können.

Grundsätzlich ist beim Kerzengießen etwas Vorsicht geboten. Hartes Paraffinwachs sollte stets im Wasserbad und niemals direkt auf der Herdplatte verflüssigt werden. Sobald die gewünschte Konsistenz vorliegt, wird die Hitzezufuhr gestoppt. Dies ist wesentlich, da sich überhitztes Wachs selbst entzünden kann. Sollte es dennoch einmal dazu kommen, wird das Feuer mit einem feuchten Lappen oder einer Löschdecke und niemals mit purem Wasser gelöscht. Das Design der Kerzen können Sie umsichtig und mit Ruhe angehen, da sich das flüssige Paraffin erst nach einiger Zeit wieder verfestigt.

borma-paraffinwachsZubehör für die individuelle Kerzenherstellung

Das Paraffinwachs in harten Blöcken wird in einem Wasserbad geschmolzen. Hierfür sind ein breiter Topf aus Edelstahl und ein hitzebeständiges Gefäß aus Glas ideal. Das transparente Material lässt sich gut reinigen und Sie können beobachten, wie das Paraffin eine flüssige Konsistenz annimmt. Unverzichtbar ist selbstverständlich ein Docht aus Baumwolle, der passend zum Kerzendurchmesser ausgewählt wird. Während die Flamme bei zu dünnen Dochten schnell erlischt, rußt die Kerze bei zu dicken Exemplaren. Hersteller für diesen Bastelbedarf geben stets an, für welche Kerzenstärke sich das Material eignet.

Ebenso sind im Handel spezielle Formen erhältlich, bei denen die Kerzen kopfüber gegossen werden. Alternativ empfehlen sich aber auch die verschiedensten Gegenstände im Haushalt als Zubehör. Neben runden Chips-Verpackungen, Joghurtbechern und Förmchen für den Sandkasten sind Einmachgläser interessant. Sobald Sie sich auf die Suche begeben, entdecken Sie viele geeignete Gießgefäße in der Wohnung. Damit sich die fertigen Kerzen leichter herauslösen lassen, kann die Form zuvor mit einem Speiseöl fein ausgestrichen werden. Alternativ kann das Gefäß ein Teil des Accessoires bleiben.

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Zum Beispiel wirken Kerzen in Sektgläsern sehr stilvoll bei der Tischdekoration fürs Silvester-Dinner. Da beim Gießverfahren schnell etwas Wachs daneben tropft, ist Alufolie als Unterlage auf dem Basteltisch empfehlenswert. Darüber hinaus genügt ein hölzerner Schaschlikspieß, um mit dem neuen Hobby zu starten.

Basics für die Kerzenschmiede

Im ersten Schritt werden alle benötigten Hilfsmittel auf dem Werktisch bereitgelegt und die Gießgefäße vorbereitet. Dafür wird der Docht an dem Holzspieß befestigt, um ihn zum Beispiel mittig auf der Glasoberkante zu platzieren. So ist gewährleistet, dass die Kerze später zentriert abbrennt. Nun wird das Paraffin im Wasserbad verflüssigt und vorsichtig in die Form gefüllt.

© Catherine Murray / Fotolia.com
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Das vollkommene Aushärten des selbst gegossenen Accessoires erfolgt am besten über Nacht. Anschließend steht nur noch das Herauslösen aus der Form an. Falls sich das Wachs nicht von den Wänden löst, genügt ein kurzzeitiger Zwischenstopp im Gefrierfach. Wachs lässt sich von hitzebeständigen Werkzeugen leicht entfernen, wenn diese auf einer Zeitung platziert werden und kurzzeitig bei 70 Grad in den Ofen wandern. So schmilzt das Wachs und landet auf der Papierunterlage.

Tipps für das Kerzendesign

Das Grundprinzip ist also denkbar einfach und stellt auch Laien vor keine große Herausforderung. Besonders viel Freude bereitet das neue Hobby, wenn Sie bei der Gestaltung ihre Phantasie spielen lassen. Die Textur kann durch die Gießtemperatur beeinflusst werden. Bildet sich beim Anpusten vom flüssigen Wachs eine Haut, ist die Oberfläche später matt und leicht strukturiert. Ist der Rohstoff beim Gießen heißer, wird eine glänzende Optik erzielt. Mit spezieller Wachsfarbe, die sehr ergiebig ist und vorsichtig dosiert werden sollte, kann das Paraffin jede Tonart annehmen. So entstehen unter anderem mehrfarbige Stumpen.

Hierfür wird jede Schicht einzeln eingegossen und härtet aus, bevor sich die nächste Farbe hinzugesellt. Wenn die Kerzenform dabei schräg gestellt wird, mutet das Ergebnis besonders interessant an. Eingefärbtes und erhärtetes Wachs kann mit einer Reibe in Flocken verwandelt werden. Wenn Sie diese zuerst in die Gussform geben, die darauffolgend aufgefüllt wird, ergeben sich tolle Farbeffekte.

© almaje / Fotolia.com
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Für Weihnachtskerzen können getrocknete Zitronenscheiben auf den Gefäßboden gelegt und mit Kerzenwachs bedeckt werden. Nach dem Aushärten reichern Sie flüssiges Paraffinwachs mit einem winterlichen Duftöl an und geben es auf die vorbereitete Schicht. Abschließend streuen Sie dekorative Details wie Sternanis, Zimtstangen und Nelken ein. Schon halten Sie eine ästhetische Duftkerze in den Händen, die sich auch als Geschenk zur Adventszeit empfiehlt.

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Daran anknüpfend können für jede Jahreszeit und jeden Anlass passende Wachskerzen fürs Landhaus entworfen werden. Exemplarisch machen sich getrocknete Rosenblätter schick bei der Dekoration zu Pfingsten, während eine Landhauskerze mit Muscheln und mediterranem Duft zum sommerlichen Ambiente passt. Sobald Sie das Prinzip verstanden haben, ergeben sich die kreativen Geistesblitze von selbst und Ihre Gäste werden die individuellen Kunstwerke aus Paraffin lobend hervorheben.