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Marmor polieren und pflegen

« Der Marmorboden im neuen Hochglanz »

Marmor erfreut mit einer charakteristischen Struktur und einem wundervollen Glanz. Zeitlos verleiht er dem Raum eine gehobene Eleganz. Da das Material aus geologischer Sicht dem weichen Kalkstein zugeordnet wird, stellen sich mit der Zeit Kratzer und stumpfe Oberflächen ein. Tatsächlich ist Marmor etwas empfindlicher als viele andere Natursteine. Wenn Sie allerdings beim Reinigen, Pflegen und Polieren einige Tipps beherzigen, überwiegt die Freude an der edlen Aura der Böden, Tischplatten oder Deko-Elemente.

Naturstein mit seidiger Textur und exquisitem Glanz

Äußere Einflüsse wie Druck und Hitze sorgten über enorm lange Zeiträume dafür, dass aus Kalkstein edler Marmor entstand. Seit der Antike fasziniert der Werkstoff mit seiner dekorativen Struktur und seidigen Haptik. Fulminant ist der Glanz, der sich beim Polieren herausbildet. Während sich durch den geologischen Entstehungsprozess die Ästhetik veränderte, blieben andere Charakteristiken des Kalksteins erhalten. Wer fachgerecht seinen Marmorboden pflegen möchte, sollte die offenporige Textur ebenso bedenken wie die Empfindlichkeit gegenüber Säuren.

Marmorblock am Steinbruch
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Gleiches gilt für den vergleichsweise geringen Härtegrad, wodurch sich zum Beispiel Kratzer schneller abzeichnen als beim sehr festen Granit. Die Zuordnung zu den weichen Gesteinsarten hat aber auch Vorteile: Laien können nicht nur in Eigenregie ihren Marmorboden polieren. Es ist ebenfalls möglich, die Oberflächen selbst zu schleifen oder kleinere Macken auszubessern. Für die Bearbeitung von Hartgesteinen sind hingegen spezielles Equipment und viel Fachwissen gefragt. Die Sanierung sollte bei diesen Steinboden deshalb immer den Experten überlassen werden.

Behutsame Pflege mit milden Reinigern

Sie müssen nur selten Marmor polieren, wenn Sie typische Fehler bei der Reinigung vermeiden. Oft ist zu viel Enthusiasmus beim Putzen die Ursache für optische Beeinträchtigungen. Soweit es möglich ist, dürfen Sie sich auf das trockene Entfernen von losen Partikeln mit einem weichen Besen beschränken. Meist genügt das Wischen mit warmem Wasser, damit die gängigen Verschmutzungen verschwinden. Dabei bringen Sie möglichst wenig Feuchtigkeit ins Spiel. Denn beim nassen Reinigen bleiben nach dem Trocknen Kalkablagerungen zurück und die Oberflächen wirken stumpf.

Bei der Grundreinigung oder hartnäckigen Flecken benötigen Sie einen speziellen Reiniger, um den Marmorboden zu pflegen.

In diesem Moment ist es wichtig, die natürlichen Eigenschaften des Materials zu beachten. Da es weich ist, verursachen Mikrofasertücher, harten Schwämme und Scheuermittel unschöne Kratzer. Scharfe Substanzen und Säuren greifen die Gesteinsart an. Reinigungsmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Essigsäure oder Fruchtsäure sind demnach ebenso ungeeignet wie chemisch formulierte Varianten.

Typische Textur einer Marmorplatte für den Boden
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Tückisch sind Haushaltsreiniger mit Tensiden, die im ersten Moment die Mamorflächen zum Strahlen bringen. Über die Poren gelangt die Substanz allerdings ins Innere und setzt sich fest. Dort kehrt sich die Wirkung um, da Tensidablagerungen den eindringenden Schmutz binden. Im Fachhandel erhalten Sie spezielle Produkte, um Marmor zu pflegen. Wenn Sie sich beim Hausputz darauf begrenzen, bereitet der Natursteinboden lange Freude.

Moderne Poliermittel für die Intensivpflege

Im Alltag lässt es sich nicht komplett vermeiden, dass die Steinflächen verkratzen oder stumpf anmuten. Insbesondere bei Böden zeichnen sich Laufwege in den Bereichen ab, die stark genutzt werden. Häufig sind Gebrauchsspuren aber nur oberflächlich und einzeln betrachtet sehr fein. In diesem Fall reicht es für die aufgefrischte Ästhetik meist aus, den Marmor zu polieren. Renommierte Marken wie Borma Wachs bieten hierfür modern formulierte Pflegemittel an. Durch die Anwendung erhalten die Böden oder Einrichtungsobjekte nicht nur ihre glanzvolle Ausstrahlung zurück. Gleichzeitig werden sie vor äußeren Einflüssen geschützt.

Borma Steinbodenwachs Borma White Wax

Im ersten Schritt entfernen Sie bei einer gründlichen Reinigung alle Ablagerungen. Anschließend sollte der Marmorboden gut durchtrocknen. Mit einem leicht angefeuchteten Tuch wird die Poliersubstanz sparsam aufgetragen. Während der Trocknungszeit, die zwischen dreißig Minuten und zwei Stunden rangiert, bildet sich von selbst die glänzende Ästhetik heraus. Eine Maschine oder ähnliches Equipment benötigen Sie dank der ausgeklügelten Rezeptur nicht, um Marmor zu polieren. Es spricht deshalb nicht dagegen, stark beanspruchten Flächen häufiger eine Verjüngungskur zu gönnen.

Marmor ausbessern und abschleifen

Schuhe mit hohen Absätzen, hereingetragene Steinchen und herunterfallende Gegenstände können deutliche Gebrauchsspuren verursachen. Diese Schäden mindern die naturgegebene Schönheit, müssen Sie aber nicht beunruhigen. Denn es stellt Laien vor keine große Herausforderung, die Macken selbst zu beheben. Löcher oder Ausbrüche können zum Beispiel mit transparentem Hartwachs aufgefüllt werden, um den ebenmäßigen Eindruck wieder herzustellen. Steinkleber ist für diese Ausbesserungsarbeiten ebenfalls ideal. Der geringe Härtegrad kommt Ihnen beim Schleifen entgegen, da sich das Material leicht abtragen lässt. Gefragt ist lediglich etwas Geduld, da fürs glanzvolle Ergebnis mehrere Schleifvorgänge anstehen.

Handpoliermaschine auf einer Marmoroberfläche
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Mit einem groben 80er-Schleifmittel werden Beschädigungen begradigt. Empfehlenswert sind zwei weitere Schleifgänge mit Papieren, die eine Körnung von 120 und 240 aufweisen. Während diese drei Arbeitsschritte trocken erfolgen, wird der anschließende Feinschliff nass durchgeführt. Dabei stehen erneut mehrere Durchgänge an, für die Sie Schleifpapier mit einer Körnung von 400 bis 1.000 verwenden. Es versteht sich von selbst, dass die Sanierung des kompletten Marmorbodens ohne Maschinen zu aufwendig wäre. Bei großen Projekten ist es deshalb sinnvoller, wenn ein Fachbetrieb mit seinem professionellen Equipment anrückt.

bei großen Bodenflächen sollte man sich Fachmännische Hilfe besorgen
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Wenn Sie Marmor selbst aufarbeiten und schleifen, sollten Sie die Imprägnierung nicht vergessen. Dadurch wird das Eindringen von Flüssigkeiten ausgebremst und vermieden, dass zum Beispiel verschüttete Säfte fleckige Verfärbungen hinterlassen. Erst nach der Behandlung für den Tiefenschutz schließen Sie die Sanierung mit einer Reinigung und Politur ab. Danach erfreut Sie der Naturstein nicht nur wieder mit seiner außergewöhnlichen Eleganz. Es fällt leichter, die Innenausstattung aus Marmor zu pflegen.