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Naturholz behandeln

« So bleiben Holzoberflächen dauerhaft schön! »

Prägen Naturholzmöbel die Einrichtung, ergibt sich das angenehme Wohnklima von selbst. Der Werkstoff begeistert mit seiner Atmungsaktivität, warmen Holzfarbe und ausdrucksstarken Maserung. Bei den dekorativen Accessoires können Sie sich deshalb aufs Wesentliche beschränken. Naturholz ist robust, aber nicht für alle Belastungen gewappnet. Behandeln Sie die Oberflächen, um die Schönheit und Funktionalität lange zu erhalten.

Urwüchsiges Naturmaterial mit vielen Pluspunkten

Holz ist offenporig. Es nimmt dadurch Luftfeuchtigkeit an und setzt sie sukzessive wieder frei. Stammt das unbehandelte Material aus einer zertifizierten Forstwirtschaft, ist es umweltfreundlich und enthält keine Schadstoffe. All das trägt zum gesunden Raumklima und passt fabelhaft zum achtsamen Lebensstil.

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Jede Holzart zeichnet sich durch ihre typische Farbe und Struktur aus. Viele Faktoren beeinflussen nicht nur das Wachstum des Baumes. Sie wirken sich auf die Maserung aus, die dem Werkstoff seinen einzigartigen Charakter verleiht. Ihr Möbelstück aus Naturholz ist demnach ein Unikat. Das Wetter, Pilze und andere Einflüsse sorgen dafür, dass sich zum Beispiel abgebrochene Äste sukzessive in Biomasse verwandeln.

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Für die Umwelt ist das vorteilhaft. Wer Holzmöbel hat, möchte diesem Prozess entgegenwirken. Gleichzeitig ist es wünschenswert, die praktischen Vorteile und die urwüchsige Schönheit zu bewahren. Wenn Sie Holz behandeln, haben deshalb traditionsreiche Techniken die Nase vorn. Sie schützen das Material, ohne die Poren zu verschließen oder die Holzmaserung zu verdecken.

Holzmöbel traditionell behandeln

Seit Jahrhunderten wird aus den Samen des Gemeinen Leins ein Öl mit vorteilhaften Eigenschaften hergestellt: Es härtet beim Trocknen aus und füllt naturgegebene Lücken. Flüssigkeiten wird das Eindringen dadurch erschwert. Wegen des natürlichen Ursprungs der aufgetragenen Substanz bleibt die Atmungsaktivität erhalten. Leinöl eignet sich somit hervorragend, um Naturholz zu behandeln.

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Das rohe Holzöl aus kalt gepressten Leinsamen zieht außerordentlich gut ein. Es ist für die Grundierung optimal, weil die Holzmöbel einen Tiefenschutz erhalten. Beim sogenannten Leinölfirnis ist die Eindringtiefe geringer. Da dieses gekochte Holzöl aber schneller trocknet, punktet es bei den Schichten für den Oberflächenschutz. Traditionsbewusste Profis empfehlen Firnis außerdem für die Möbelpflege.

Sonnenschutz für Möbel

Die Holzbehandlung mit Leinöl hat ihren Charme, weil sie rein pflanzlich ist. Das Naturholz erhält einen verlässlichen Schutz vor Feuchtigkeit. Sie ist meist für Sprünge oder aufgequollene Partien verantwortlich. Auftreffende UV-Strahlen werden jedoch nicht abgewehrt. Wenn Sie den originären Holzton bewahren möchten, ist die Methode nicht die beste Wahl.

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Erfahrene Hersteller vereinen die positiven Charakteristiken verschiedener Naturöle. So entstehen hocheffiziente Produkte für den Holzschutz, die für die Gesundheit unbedenklich sind. Teaköl eignet sich für die meisten Harthölzer.

Wenn Sie damit Ihre Möbel ölen, sind sie für diverse Umwelteinflüsse wie Holzschädlinge, Sonnenlicht oder Wasser gewappnet.

Ihnen ist gewiss bekannt, dass unversiegeltes Teakholz der Witterung ebenso trotzt wie den alltäglichen Beanspruchungen. Das Gleiche gilt für Robinie. Es stellt sich aber eine Patina ein. Wenn Sie diese ästhetische Veränderung nicht mögen, sollten Sie mit einem leistungsstarken Hartöl das Naturholz behandeln.

Glanzvolles Finish für Naturholzmöbel

Das Wachsen ist ebenfalls eine beliebte Technik für die schonende Holzveredelung. Früher machte der Tischler das ausgehärtete Naturprodukt gefügig, um es anschließend auf die Möbel zu applizieren. Dieser Vorgang fordert etwas Übung ein. Unkompliziert ist hingegen die Anwendung von gebrauchsfertigem Holzwachs. Da es flüssig ist, genügt das gleichmäßige Verteilen auf der Oberfläche. Nach der Trocknungsphase wird die Wachsversiegelung mit weichen Tüchern und Bürsten aufpoliert. Das Holz erfreut danach mit einer seidenweichen Haptik und einem edlen Glanz. Farbiges Antikwachs ermöglicht Ihnen nicht nur, die Ästhetik kreativ zu verändern. Die beigemischten Pigmente forcieren oft die Schutzwirkung.

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Die Wachsbehandlung schützt die Holzmöbel vor diversen Einflüssen, dringt aber nicht ins Naturholz ein. Sie nutzt sich außerdem durch alltägliche Beanspruchungen ab. Flüssigkeiten treffen direkt aufs ungeschützte Holz, wenn die Wachsschicht unbemerkt lückenhaft wird. Unerwartete Holzschäden sind die Folge. Wenden Sie ein Grundieröl an, bevor Sie mit Wachs das Naturholz behandeln. Die gewachsten Möbel erhalten dadurch einen Tiefenschutz, der Ihnen böse Überraschungen erspart.

Oberflächenschutz bei Weichholz

Wenn sich die Möbel im Innenraum befinden, sind beide Techniken effektiv. Bei Gartenmöbeln aus wetterbeständigem Hartholz können Sie sich ebenfalls aufs Ölen beschränken. Viele Weichhölzer reagieren hingegen empfindlich, wenn sie stark beansprucht oder mit wechselhaftem Klima konfrontiert werden.

Sie sind zudem häufiger von Schädlingen betroffen als harte Holzarten. Es liegt deshalb bei vielen Nutzungsmustern nahe, weiches Holz mit Lack zu beschichten.

Diese moderne Variante hat aber Nachteile. Temperaturschwankungen verursachen beispielsweise schnell kleine Risse. Das Naturholz im Inneren ist dann ungeschützt. Die Beschichtung muss deshalb sofort erneuert werden. Das Entfernen von Lackierungen zählt aber zu den zeitintensiven Handwerksarbeiten. Unvorteilhaft ist zudem, dass die Holzporen beim Lackieren komplett verschlossen werden.

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Empfehlenswerter ist eine hochwertige Holzlasur. Überzeugend ist nicht nur die naturnahe Rezeptur mit Harzen und Wachsen. Die leicht elastische Schutzschicht tendiert weniger zum Abblättern als der starre Holzlack. Ein ästhetischer Pluspunkt gesellt sich hinzu: Die attraktive Maserung wird beim Lasieren nicht verdeckt.

Naturnahe Produkte für die Holzpflege

Wenn Sie Naturholz behandeln, legen Sie den Grundstein für die Langlebigkeit. Ähnlich wichtig ist die alltägliche Pflege mit einer passenden Holzpolitur. Entfernen Sie schmutzige Ablagerungen oder verschüttete Getränke möglichst zügig von den Holzflächen. Geöltes Interieur freut sich zum Beispiel über die reinigende und nährende Wirkung eines Holzbalsams. Alternativ greifen Sie zum Möbelwachs, um den seidigen Holzschutz gelegentlich aufzufrischen.

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Lassen sich starke Gebrauchsspuren nicht mehr beseitigen, wird es Zeit für eine Restaurierung. Wer aufs Wachsen oder Ölen gesetzt hat, befindet sich in diesem Moment auf der Sonnenseite. Denn die betagten Holzversiegelungen lassen sich vergleichsweise schnell abtragen und erneuern.