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Welche Holzart für welches Holzmöbel?

« Eine Frage des Stils oder des Möbels? »

Holzmöbel faszinieren durch die lange Tradition des Werkstoffs, ihre natürlich warme Aura und die einzigartige Maserung. Zugleich harmonieren diese Charakteristiken fabelhaft mit einem gemütlichen Landhausstil. Allerdings bringen alle Holzarten ihre Besonderheiten mit, die eine bevorzugte Verwendung und die Kombination mit bestimmten Einrichtungsstilen nahelegen.

Holzmöbel als Begleiter fürs Leben

Traditionell werden für Möbel mittelharte, harte und sehr harte Hölzer bevorzugt. Unter anderem ist dieser solide Charakter dem langsamen Wuchs der Baumgattungen zu verdanken. Die meisten europäischen Werkstoffe dieser Klasse zeichnen sich durch eine recht gleichmäßige, glatte und astfreie Oberfläche aus.

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Über viele Jahrhunderte wurden massive Holzmöbel als Statussymbol der Familie angesehen, das mehrere Generationen überdauern sollte. Deshalb sind Antiquitäten aus verschiedensten Epochen häufig aus Hartholzarten gefertigt oder wurden mit kostbaren Edelhölzern furniert. Wer Landhausmöbel mit nostalgischen Fundstücken kombinieren und dabei einem Werkstoff treu bleiben möchte, sollte auch bei den neueren Einrichtungsobjekten auf eine klassische Holzart setzen. Hierzu gehören beispielsweise Eiche, Kirsche, Nussbaum und Ahorn.

Eichenholz: Legende des deutschen Möbelbaus

Über Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsene Eichenbäume beeindrucken mit ihrer stattlichen Präsenz und erwecken den Eindruck, dass ihnen nichts auf der Welt etwas anhaben könnte. Moderne und antike Landhausmöbel aus Eichenholz muten weitaus eleganter und harmonischer an als viele vermuten. Dennoch weisen diese Holzmöbel markante Oberflächen auf, was sich aus der belebten Maserung ebenso ergibt wie aus der rustikal akzentuierten Struktur. Zunächst präsentiert sich das Eichenholz hellbraun bis goldbraun, dunkelt aber mit der Zeit deutlich nach.

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Eichenmöbel benötigen etwas mehr Raum, damit sie ihr erhabenes Charisma entfalten können und die Atmosphäre nicht beschweren. Nicht ohne Grund hat das Material eine lange Tradition beim Schiffsbau oder beim Ausbau edler Weine und Spirituosen. Es ist vergleichsweise widerstandsfähig gegen den Befall von Pilzen oder Parasiten, feuchtigkeitsbeständig und robust gegenüber Gebrauchsspuren. Deshalb eignet sich Eichenholz sehr gut für vielseitig genutzte Esstische oder für Arbeitsplatten in der Küche. Bei großen Objekten sollte bedacht werden, dass Eiche ein eindrucksvolles Gewicht hat.

Die edle Aura von Kirschholz

Meisterwerke aus dem Biedermeier oder dem Jugendstil, die umgehend das Herz erobern, sind nicht selten aus Kirschbaumholz gefertigt. Der Werkstoff mit mittlerer Schwere und Härte überzeugt sowohl durch seine Festigkeit als auch Elastizität und ist gedämpft biegsam. Außerdem lässt sich Kirschholz gut bearbeiten und perfekt einsetzbar für filigrane Designideen. Gebeizt behält Kirschholz, das unbehandelt nachdunkelt, lange seine Farbe. Durch die feine Textur, die schöne Maserung sowie die rötliche Nuance entfaltet Kirsche eine außergewöhnliche Eleganz. Seine feine Aura kann durch hochglanzpolierte Oberflächen forciert werden.

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Mit einzelnen Highlights aus Kirschholz lässt sich der Landhausstil exquisit abrunden. Beispielsweise machen sich ein Bestelltisch, ein Sofatisch oder eine Anrichte aus dem Edelholz sehr schick. Interessant wirken Möbel aus sehr hellem Holz, die mit Applikationen aus Kirsche versehen werden.

Nussbaum für stilvolle Akzente im Landhaus

Walnüsse sind begehrte Gaben der Natur und deren stattliche Lieferanten werden nur ungern gefällt. Deshalb zählt Nussbaum von jeher zu den wertvollsten Holzarten, an die sich vorwiegend künstlerisch ambitionierte Tischler heranwagen.

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Faszinierende Holzmöbel entstanden beispielsweise im 17. und 18. Jahrhundert, die zu den erlesenen Sammlerstücken gehören. Das schwere und dunkle Hartholz ist für kreative Ideen wie geschaffen. Es lässt sich nicht nur sehr gut schnitzen, drechseln oder mit Profilen versehen. Die ausdrucksstarke Maserung stellt sich abhängig vom Anschnitt wolkig, gestreift oder geringelt dar. Da sich Nussbaumholz im hochpreisigen Segment ansiedelt, beschränken sich Möbelbauer häufig auf ein Furnier. Durchaus extravagant mutet eine moderne Dinner-Tafel mit einer Oberfläche aus Nussbaum an, die materiell den Stil einer edlen Antiquität im Raum aufgreift.

Buche für das quirlige Landhausleben

Das schwere Buchenholz ist bei der Möbelkonstruktion nicht nur wegen seinen strapazierfähigen Eigenschaften beliebt. Es lässt sich mit einem Dämpfverfahren auch wunderbar biegen. Deshalb wurde es für die legendären Wiener Kaffeehausstühle bevorzugt, die bis heute das Ambiente in gastronomischen Betrieben aufwerten. Fabelhaft lassen sich diese Designklassiker mit einem Küchentisch aus Buchenholz kombinieren, der bestens mit dem modernen Landhausstil und der Beanspruchung im familiären Alltag harmoniert.

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Wegen der soliden Eigenschaften ist Buche auch für Betten oder stark genutzte Kommoden im Schlafzimmer empfehlenswert. Der helle Werkstoff mit charakteristischen Rillen gibt sukzessive Feuchtigkeit ab und reagiert empfindlich auf klimatische Schwankungen. Deshalb sollten Holzmöbel aus Buche regelmäßig gepflegt und bei wechselhafter Witterung nicht im Freien genutzt werden.

Landhausmöbel mit modernem Esprit dank Ahornholz

Ahornholz erweist sich als unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen. Darüber hinaus ist es trotz seines strapazierfähigen und dichten Charakters weich genug, um filigran bearbeitet zu werden. Deshalb ist der Werkstoff traditionell sehr bedeutend für den Instrumentenbau. Für Möbel kam naturbelassener Ahorn zunächst seltener zum Einsatz, wie Sie beim Streifzug durch den Antiquitätenhandel bemerken. In früheren Epochen wurde das Material eher als Imitat von Kostbarkeiten wie Ebenholz genutzt, da es sich gut behandeln und einfärben lässt. In den 1950er Jahren avancierte Ahornholz zum Trend und war beispielsweise als Furnier bei Schlafzimmerschränken verbreitet, bevor es für einige Zeit etwas in Vergessenheit geriet.

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Aktuell wächst jedoch wieder das Interesse, da Ahorn zu den sehr hellen Holzarten zählt, die einem Landhausstil mit frischem Flair entgegenkommen. Zugleich erfreut das hochwertige Holz mit einer Maserung, die sowohl ruhig als auch lebendig wirkt. Wenn Sie eine Alternative zu skandinavischen Birkenholzmöbeln suchen, die etwas feiner und individueller anmutet, sind Landhausmöbel aus Ahorn ideal. Prinzipiell eignet sich der Werkstoff für alle Möbel im Innenbereich in der massiven Variante oder als Furnier. Sehr ansprechend wirkt ein Möbeldesign, das mit dem Kontrast zwischen  cremeweißem Ahorn und dunklen Holzarten spielt.

Teak: Liebling aus Asien für Gartenmöbel

Einige der europäischen Harthölzer sind dem launischen Wetter in den mittleren Breitengraden gewachsen und somit auch für Holzmöbel im Außenbereich einsetzbar. Allerdings widerspricht das Gewicht, das beispielsweise ein Tisch aus Eiche mitbringt, dem dynamischen Lifestyle der Gegenwart. Das tropische Teak ist hart und widerstandsfähig, aber vergleichsweise leicht. Außerdem wartet das Material mit einem natürlichen Kautschukgehalt auf, durch den Teak sehr resistent gegenüber Parasiten oder Pilzen ist. Sogar ohne eine besondere Pflege sind die Massivmöbel ausgesprochen witterungsbeständig.

© aquaphoto / Fotolia.com
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Originär wird das Holz von einem honigbraunen Farbton charakterisiert, hat eine deutliche Maserung und fühlt sich an der Oberfläche leicht ölig an. Dieses Erscheinungsbild kann durch die Behandlung mit einem Pflege-Öl erhalten bleiben. Alternativ ergibt sich eine silberne Patina, ohne dass dadurch die Funktionalität oder Langlebigkeit beeinflusst wird. Möbel aus Teak passen nicht nur zu einer Außenanlage im Landhausstil. Inzwischen sind die hochwertigen Designideen aus dem Tropenholz auch bei der distinktiven Inneneinrichtung gefragt.

© bouybin / Fotolia.com
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Welche Holzmöbel Sie bevorzugen, hängt von den Nutzungsmustern, dem Einrichtungsstil und Ihrem Geschmack hab. Neben den vorgestellten harten Holzarten, die vor allem durch ihren soliden Charakter punkten, bieten sich Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer an. Diese überzeugen durch eine Leichtigkeit, die beispielsweise bei einem Umzug angenehm ist. Allerdings erwarten Möbel aus Weichholz etwas mehr Umsicht, da sich zügiger Gebrauchsspuren an den Oberflächen abzeichnen. Außerdem weisen die weichen Holzarten häufig sehr prägnante und astreiche Strukturen auf. Deshalb gehen antike Objekte oder individuelle Dekorationsideen im Umfeld dieser Landhausmöbel schnell unter und erhalten nicht die Aufmerksamkeit, die Sie sich wünschen.