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Holz aufrauen

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Wer Holz saniert, entfernt alte Beschichtungen. Danach geht es ans Schleifen, um dem Werkstoff eine glatte Haptik zu verleihen. Das umgekehrte Verfahren ist beim Heimwerken ähnlich bedeutend: Wenn Sie ebenmäßige Möbel anders veredeln möchten, sollten Sie die Oberflächen zunächst aufrauen. Bei den Vorbereitungen kommt es nicht nur aufs treffende Maß an. Es ist wichtig, das geeignete Schleifmittel zu verwenden.

Arbeitsschritt mit Schlüsselfunktion

Das naturbelassene Material der neuen Holzmöbel wurde akkurat gehobelt. Wenn Sie mit den Händen darüberstreichen, fühlt es sich glatt an. Aus Laiensicht erledigen sich die üblichen Zwischenschritte wegen der hochwertigen Verarbeitung des Rohstoffs. Es erscheint kontraproduktiv, sie durch das Schleifen zu relativieren. Die Versuchung ist groß, direkt Öl oder Wachs für den authentischen Holzschutz aufzutragen.

Hand befühlt massive Holzplatte
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Wer dem spontanen Impuls widersteht, landet auf der Sonnenseite. Es ist tatsächlich unerlässlich, dass Sie das Massivholz aufrauen. Erst danach sind die Möbelflächen empfänglich für die aufgetragenen Substanzen. Bei dem vorbereitenden Handwerksschritt werden die Poren geöffnet. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass das Hartöl eindringt und die tieferen Materialschichten schützt. Die Beschichtung aus Holzwachs bleibt hingegen an den aufgerauten Flächen besser haften. Das Gleiche gilt für Lasuren oder Lacke für Holzoberflächen.

Complex - Holzschutzwachs HU 005

Schleifutensilien vorsichtig testen

Logisch ergibt sich die Frage: Wie stark sollte man das Holz aufrauen? Erfreuen die Möbel mit ihrem Hochglanz, sind sie eindeutig nicht empfänglich für Holzbehandlungen. Das ist außerdem der Fall, wenn sich die Objekte spiegelglatt anfühlen. Aus diesem Grund entscheiden sich Profis sogar bei der intensiven Möbelpflege für das Schleifen. So stellen sie sicher, dass der auffrischende Holzöl- oder Wachsauftrag zum gewünschten Ergebnis führt.

Stahlwolle - Grad 000

Greifen Sie zuerst zur Stahlwolle 000, wenn Sie mit dem Vorgang nicht vertraut sind. Sie gehört zu den superfeinen Schleifmedien. Der Grad wird beispielsweise für die Zwischenschliffe beim Lackieren eingesetzt. Wenn die Holzmöbel eben anmuten, ist der Feinheitsgrad fürs Aufrauen oft die treffende Wahl. Wagen Sie an einer verdeckten Stelle einen Testlauf. Verändert sich die Holzhaptik kaum, ist eine gröbere Variante vielleicht sinnvoller. Probieren Sie nacheinander die Stahlwolltypen 00 und 0 aus. Vergleichen Sie die Ergebnisse, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Offenporig, aber nicht fasrig

Hat sich das passende Schleifzubehör gefunden, schreiten Sie zur Tat. Orientieren Sie sich an der Maserung, wenn Sie das Holz aufrauen. Es ist wichtig, durchweg einen vergleichbaren Druck auszuüben. Ecken, Kanten oder Verzierungen bleiben nicht außen vor, werden aber behutsam geschliffen. Ein massiver Materialabtrag relativiert die Ausdruckskraft der dekorativen Details. Stahlwolle liegt gut in der Hand und lässt sich problemlos führen. Anfängern fällt das gleichmäßige und akkurate Schleifen damit meist leicht.

Entfernen Sie den Schleifstaub, wenn der erste Durchgang vollbracht ist. Mit einer weichen Holzbürste gelingt die Reinigung sorgfältig. Für die Bewertung der Zwischenergebnisse ist das bedeutend. Staubige Ablagerungen wirken ebenfalls rau. Sie können außerdem von einer splittrigen Materialstruktur ablenken. Fehleinschätzungen sind somit vorprogrammiert, wenn die Holzmöbel nur halbherzig entstaubt werden.

Holzmöbel-wird-mit-Stahlwolle-bearbeitet
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Sie lassen die Hände über das Holz gleiten. Unebenheiten spüren Sie nicht. Der Tastsinn wird aber ähnlich wie beim Kontakt mit Frotteehandtüchern angesprochen. Wer zu diesem Fazit kommt, hat das Ziel erreicht. Bemerken Sie hingegen schroffe Fasern, haben Sie es mit dem Aufrauen etwas übertrieben. Das ist kein Problem. Beim korrigierenden Durchlauf mit einem feineren Schleifartikel verschwinden die Unregelmäßigkeiten.

Tipps für die Arbeitsabläufe bei Restaurationen

Bei neuen Holzwerkstoffen hat der Hersteller auf die penible Oberflächenbearbeitung verzichtet. Vor der Möbelrestauration steht das Entfernen hartnäckiger Altlacke an. In beiden Fällen ist es notwendig, zuerst harte Geschütze aufzufahren. Schleifwolltypen der Handelsklasse 1 und 2 sind optimal für diese Grobarbeiten. Damit beseitigen Sie Holzsplitter und Lackierungen. Das Aufrauen entfällt logischerweise. Stattdessen geht es beim Schleifen darum, dem Werkstück eine angenehme Haptik zu verleihen.

Diese Feinarbeiten unterbrechen Sie, sobald die Möbel sowohl geglättet als auch angeraut wirken. Sie sind jetzt bereit für die Schutzbehandlung oder Holzveredelung. Tragen Sie zum Beispiel das Grundieröl für den Tiefenschutz auf. Die erste Lackschicht oder Wachsveredelung schließt sich an. Nach dem Trocknen sorgen Sie gegebenenfalls mit einem Zwischenschliff dafür, dass die zweite Schicht gut anhaftet. Beim Holzlack ergibt sich nach der Trocknung die ansprechende Ästhetik von selbst. Eine Politur erwarten hingegen naturnah veredelte Holzmöbel.

Grundieröl - für alle Hölzer

Fürs Finish der gewachsten Objekte eignet sich die Stahlwolle 0000. Exzellente Resultate beschert außerdem eine Rosshaarbürste mit Lederlappen. Sie wurde für die Wachspolitur entwickelt. Das Holz wird beim Endschliff oder Polieren nicht nur optisch aufgewertet. Die alltägliche Möbelpflege erleichtert sich dadurch enorm.

Beliebtes Stilmittel für den antiken Look

Im Frühjahr und Sommer wächst der Baum schneller. Das dabei herausgebildete Frühholz ist heller und weicher als das Spätholz. Dieses entsteht in den kühleren Monaten der zweiten Jahreshälfte. Beides zusammen bringt die charismatische Holzmaserung hervor. Sie wird effektiv betont, wenn Sie mit speziellen Verfahren das Holz aufrauen. Verfolgen Sie beim Holzschliff genau die sichtbaren Jahresringe. Wird gleichzeitig Druck ausgeübt, vertieft sich das frühlingshafte Weitholz. Alternativ bieten sich Metallbürsten für diese Akzentuierung an.

Maserung-eines-antiken-Tisches
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Die Quintessenz ist die linienartige Struktur, die typisch für verwitterte Gartenmöbel ist. So erhält neuwertiges Massivholz einen nostalgischen Touch. Fachkundig forcieren Sie diesen Eindruck mit einer Antik-Patina-Lösung. Sie erzeugt den silbrigen Farbton, der betagtes Naturholz charakterisiert. Derartige Dekorationsideen sind derzeit beliebt, denn sie ermöglichen es, trendbewusstes Möbeldesign mit einer Prise Nostalgie zu verknüpfen.