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Leinöl für Holz

« Alles über die richtige Anwendung »

Das Öl von Leinsamen wird seit Jahrhunderten verwendet. Bei der gesunden Ernährung spielt es ebenso eine Rolle wie bei der Imprägnierung oder Möbelpflege. Obwohl der natürliche Rohstoff identisch ist, werden unterschiedliche Produkte mit spezifischen Charakteristiken angeboten. Es ist deshalb wichtig, das geeignete Leinöl auszuwählen und die Herstellerhinweise bei der Verarbeitung zu beachten.

Pressverfahren bedingt die Qualität!

Schon vor 10.000 Jahren entdeckten Menschen den Nutzen von Flachs, der auch als „Gemeiner Lein“ bezeichnet wird. Die anspruchslose Pflanze liefert viele wertvolle Rohstoffe: Aus den Langfasern der Stängel werden Textilien gefertigt, während die Kurzfasern für die Papierherstellung interessant sind. Die Leinsamen empfehlen sich nicht nur als Naturheilmittel. Sie werden für die Ölgewinnung genutzt. Dabei entsteht als Nebenprodukt der Leinkuchen, der sich als Viehfutter eignet. Sukzessive etablierten sich diverse Pressverfahren, die sich auf die Eigenschaften der erzeugten Leinöle auswirken.

Leinsamen mit Leinoel
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Die größte Ölmenge ergibt sich bei der heißen Pressung. Allerdings ist dieses Rohleinöl vergleichsweise unrein. Es empfiehlt sich nur für industrielle Zwecke. Hochwertiges Leinsamenöl für die Behandlung von Holz oder den Verzehr wird kalt hergestellt. Dabei kommt eine sogenannte Schneckenwalze zum Einsatz, um die Essenz mit wenig Druck zu separieren. Da sich das vermarktete Speiseöl geringfügig vom Holzöl unterscheidet, kann es einen klebrigen Film auf den Möbeln hinterlassen.

Oekologischer Holzschutz mit Leinoel
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Ähnliche Pannen treten bei minderwertigen Produkten auf. Die Ursache ist unter anderem eine zu kurze Lagerung. Denn es ist wichtig, dass sich alle verbliebenen Schleim- und Schwebstoffe vor der Weiterverarbeitung absetzen. Dieser Prozess beansprucht mehr als ein Jahr. Erst danach stellt sich der hohe Reinheitsgrad ein, der fürs einwandfreie Ergebnis bei der Holzveredelung notwendig ist.

Rohe und reine Naturprodukte für die Holzgrundierung

Tungöl, Walnussöl und Leinöl haben eine Gemeinsamkeit: Aufgrund ihrer molekularen Beschaffenheit härten sie während der Trocknung aus. Für den Holzschutz ist diese Eigenschaft vorteilhaft. Denn die herausgebildeten Ablagerungen versperren beispielsweise der Feuchtigkeit den Weg, wodurch sie nicht eindringen kann. Das behandelte Holz bleibt aber trotzdem atmungsaktiv.

Da es sich um natürliche Substanzen handelt, ist die Veredelungstechnik unbedenklich für die Gesundheit.

Sie empfiehlt sich beispielsweise für Kinderspielzeug oder Arbeitsflächen in der Küche. Das gilt vor allem dann, wenn ausschließlich rohes Leinöl auf das Holz aufgetragen wird. Es handelt sich dabei um eine kalt gepresste Qualität, bei der auf weitere Inhaltsstoffe verzichtet wird. Obwohl der Name dazu verleitet, sollte es nicht mit dem industriellen Rohleinöl aus der Heißpressung verwechselt werden.

Geoelte Holzoberflaeche
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Bei einer rein natürlichen Formulierung dringt das kalt gewonnene Hartöl ausgesprochen tief ein. Das Beimischen von Waschbenzin forciert den Tiefenschutz, ist aber nicht zwingend erforderlich. Profis verwenden rohes Leinöl gerne fürs Imprägnieren. Wird es unverdünnt oder mehrmals angewendet, ergibt sich ein effektiver Schutz vor starken Umwelteinflüssen. Wer möchte, kann dem Produkt bis zur abschließenden Oberflächenveredelung treu bleiben. Dabei müssen aber lange Pausen einkalkuliert werden. Denn das erforderliche Trocknen der applizierten Schicht beansprucht beim rohen Holzöl einige Tage. Erst danach ist es möglich, die nächsten Arbeitsschritte anzugehen oder die Holzmöbel zu nutzen.

Vorteile von Hartölen mit Zusatzstoffen

Das Blatt wendet sich bei gekochtem Leinöl für Holz, dass grundsätzlich ebenfalls ein naturnahes Produkt ist. Es wird vor der Vermarktung einmal erhitzt, wodurch sich das Trocknungsverhalten verbessert. Beigemischte Metallsalze wie Zink oder Kalzium dienen dem identischen Zweck. Derart aufbereitete Holzschutzmittel werden auch Leinfirnis genannt. Experten bevorzugen diese Variante nicht nur für die abschließenden Arbeitsschritte, die das Möbelstück versiegeln und ästhetisch aufwerten.

Leinölfirnis ist ideal, um Holzmöbel zu pflegen.

Für die Grundierung eignet es sich nur bedingt, da es nicht so tief eindringt wie die rohe Version. Wer sich trotzdem dafür entscheidet, sollte beim ersten Ölauftrag unbedingt Waschbenzin hinzufügen. Denn die Verdünnung ebnet der Tiefenwirkung den Weg.

leinoel-gekocht

Beim Leinfirnis tendieren manche Hersteller dazu, bedenkliche Stoffe und ungeeignete Harze zu ergänzen. Einige Mischprodukte basieren auf heiß gepressten Ölen, die für Holzmöbel nicht empfehlenswert sind. Es ist deshalb sinnvoll, auf renommierte Marken wie Borma Wachs zu setzen. Denn sie verwenden nur hochwertige Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs für die Produktoptimierung. Wer gekochtes Leinöl auf Holz aufträgt, freut sich über eine kurze Trocknungsphase von 24 Stunden.

Leinoel auftragen
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Die getränkten Pinsel oder Tücher neigen aufgrund chemischer Reaktionen dazu, sich selbst zu entzünden. Wässern Sie die verwendeten Utensilien nach dem Ölen intensiv. Tücher sollten draußen getrocknet und dabei ausgebreitet werden. Alternativ bietet sich das luftdichte Verschließen in einem Behälter an. Wenn Sie die Angelegenheit beunruhigt, verbrennen Sie die Hilfsmittel nach der Arbeit kontrolliert.

Mehrere Schichten für den umfassenden Schutz

Das Ölen ist grundsätzlich keine große Herausforderung. Unbehandeltes Naturholz wird vor der Anwendung geschliffen. Wenn es um eine Restaurierung geht, steht zunächst das sorgfältige Entfernen alter Holzversiegelungen an. Beim ersten Durchgang kommt üblicherweise ein sogenanntes Halböl zum Einsatz. Hierfür wird Testbenzin passend zu den Mengenangaben des Herstellers hinzugefügt.

Rotes Holztor im Gartenbereich mit Leinoelanstrich
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Die Mischung wird gleichmäßig mit einem sauberen Tuch oder Pinsel auf die Flächen appliziert. Zieht die Flüssigkeit stellenweise nicht ein, werden die Überschüsse nach rund zwanzig Minuten entfernt. Denn diese Reste würden sich später klebrig anfühlen. Wenn das Grundieröl getrocknet ist, wiederholen Sie den Vorgang. Für einen umfassenden Holzschutz sind vier Durchläufe sinnvoll. Zumindest bei der finalen Beschichtung wird das Produkt pur angewendet.

Holzschutz durch Leinoelanstrich
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Leinöl intensiviert die Holzfarbe und feuert die Maserung deutlich an. Die behandelten Holzflächen bilden keinen expressiven Hochglanz heraus. Sie wirken eher auf eine natürliche Art gepflegt. Wenn Sie die Oberflächen abschließend mit einer Stahlwolle der Stärke 0000 bearbeiten, ergibt sich ein dezent schimmernder Glanz.

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Da es sich um eine schonende und naturnahe Veredelung handelt, nutzt sich die Schutzschicht mit der Zeit ab. Pflegen Sie deshalb die Holzmöbel gelegentlich mit dem Öl, das Sie bereits beim Restaurieren verwendet haben.