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Wachskitt richtig anwenden

« Ästhetische Möbelreparatur mit Holzmasse aus Wachs »

Wenn Kerben, Wurmlöcher, Dellen oder Risse die Ästhetik beeinträchtigen, ist das Wachskitt oft die ideale Lösung. Laien fällt es leicht, mit der naturnahen Füllmasse das Parkett, die Möbel oder das Laminat zu reparieren. Renommierte Marken wie Borma bieten bewusst Sets an. Werden die verfügbaren Farbnuancen kreativ eingesetzt, hebt sich die ausgebesserte Stelle kaum hervor. Nach der handwerklichen Korrektur ist es möglich, das Holz zu wachsen oder eine andere Oberflächenveredelung durchzuführen.

Vielseitiges Handwerkszubehör für die Holzrestauration

Abnutzungen lassen sich im Alltag nicht komplett vermeiden. Das gilt für den Parkettboden ebenso wie für Holzmöbel. Tiefere Kratzer, Dellen oder Löcher stehen nicht nur dem hochwertigen Gesamteindruck im Weg. Ist die Tischplatte zum Beispiel uneben, geraten darauf Gläser schnell ins Wanken. Das schränkt die Funktionalität ein und erschwert die Pflege. Experten greifen bei derartigen Holzschäden gerne zum Wachskitt. Unkompliziert lassen sich damit verschiedenste Vertiefungen auffüllen. Nach der Reparatur können die Objekte oder Böden wie gewohnt veredelt werden.

Borma Antikwachs Farblos

Besonders einfach ist der Umgang mit weichem Wachskitt. Das Füllmaterial wird zwischen 66 und 71 Grad gefügig. Der Schmelzpunkt liegt bei ungefähr achtzig Grad. Es eignet sich für weniger beanspruchte Holzflächen, wenn Sie Möbel restaurieren. Varianten aus hartem Wachs müssen vor dem Verarbeiten auf circa 95 Grad erwärmt werden. Die höhere Festigkeit des Werkstoffs wirkt sich positiv auf die Robustheit aus. Hartwachs wird deshalb für Flächen bevorzugt, die im Alltag diversen Strapazen ausgesetzt sind. Es empfiehlt sich unter anderen, wenn Sie im Durchgangsbereich Laminat oder Parkett reparieren möchten.

Wachs wird zur Restauration aufgetragen
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Für Schäden wie ausgebrochene Kanten ist Wachskitt nur bedingt empfehlenswert. Echte Holzmasse hat hier die Nase vorn, wenn großflächige Arbeiten anstehen oder Möbelpartien rekonstruiert werden müssen. Gehen Kratzer nicht in die Tiefe, erübrigt sich oft der Griff zum Kitt. Retuschieren Sie die winzigen Makel mit einem farblich passenden Holzmarker. Gesellt sich die Pflege mit einer hochwertigen Politur hinzu, sind die feinen Gebrauchsspuren nahezu unsichtbar.

Erwärmen, einfüllen, glätten – fertig!

Entscheiden Sie sich passend zur Beanspruchung für Hartwachs oder Weichwachs. Die Vorgehensweise ändert sich durch die Produktwahl kaum. Im ersten Schritt bereiten Sie die Schadstelle auf die Holzreparatur vor. Lockere Splitter oder Verunreinigungen werden mit einem spitzen Gegenstand entfernt. Optimal ist für kleine Einbuchtungen ein Schraubenzieher. Bei breiteren Schadstellen bringen Sie spezielles Werkzeug wie einen Hobel ins Spiel. Mit Stahlwolle der Stärke 0 oder 00 ebnen Sie anschließend die Partie.

STAHLWOLLE - Grad 00

Moderner Wachskitt von erfahrenen Marken wie Borma lässt sich nicht nur problemlos modellieren. Er überzeugt außerdem auf verschiedensten Untergründen mit einer hervorragenden Haftung. Hartwachsstangen eignen sich nicht nur für die Restauration von Holz. Sie sind sogar für die Oberflächenkorrektur von Kunststoffmöbeln optimal. Profis haben ein spezielles Gerät zur Hand, um die Masse aufzuweichen oder zu schmelzen.

Das Wasserbad ist für Laien eine sinnvolle Alternative, die nur gelegentlich Wachs verarbeiten.

Studieren Sie in diesem Fall sorgfältig die Produktbeschreibungen. Denn der Hersteller gibt an, bei welcher Temperatur sich der Holzkitt auf Wachsbasis entflammt. Die Wachsstangen erwärmen Sie, bis sie sich Modellieren lassen. Es ist ebenso möglich, einen flüssigen Zustand herbeizuführen. Bei Holzkratzern fällt es meist leichter, eine zähe Masse hineinzudrücken. Geht es zum Beispiel um das Füllen funktionsloser Bohrlöcher, ist eine Flüssigkeit mitunter vorteilhafter.

Borma Holzwachs Lasur - farblosNach dem Einfüllen lassen Sie die Wachsmasse etwas aushärten. Beim nächsten Arbeitsschritt entfernen Sie mit einem Spachtel überschüssiges Material. Abschließend wird das ausgebesserte Holz mit feiner Stahlwolle geglättet. Vergessen Sie nach der Schönheitsreparatur den Oberflächenschutz nicht. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Klarlack, der auf gewachsten Flächen haften bleibt. Wer naturbelassene Versiegelungen bevorzugt, kann nach der Restaurierung das Holz wachsen.

Holzart wie ein Profi imitieren

Vorteilhaft ist nicht nur die unkomplizierte Anwendung von Wachskitt. Profis schätzen den kreativen Spielraum, den das Zubehör gewährt. Hochwertige Sets decken nicht nur diverse dunkle oder helle Holztöne ab. Es spricht nichts dagegen, die Wachsstangen gemeinsam zu verflüssigen. Die Farbe des Füllstoffs können Sie dadurch exakt auf das Holz abstimmen.

Wachs mit einem Pinsel auftragen
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Im ersten Schritt befüllen Experten in der Regel die Kerbe mit Weichwachs, der dem Grundton der Möbel entspricht. Die Form der Stangen erinnert nicht ohne Grund an Wachsmalstifte. Sie können damit die Holzmaserung im dunkleren Ton aufzeichnen. Es lohnt sich, etwas Zeit in diese Feinheiten zu investieren. Denn sie tragen dazu bei, dass die Retusche später kaum ins Auge fällt. Harter Wachskitt eignet sich ebenfalls für das Nachahmen der Holzstruktur, um beispielsweise Parkett fachkundig zu renovieren. Wegen der abweichenden Konsistenz ist es notwendig, nach dem Auffüllen filigrane Wachsschichten hinzuzufügen.

Die Imitation der Maserung fordert deshalb etwas mehr Feingefühl ein als beim Malen mit den weichen Wachsstangen.

Meist genügt es aber, wenn Einsteiger mit dem Hartwachs eine Marmorierung erzielen. Die retuschierte Delle ähnelt durch die partiellen Farbunterschiede dem natürlichen Werkstoff. Selten präsentieren sich die Möbelflächen naturbelassen. Sie werden für die alltäglichen Beanspruchungen mit schützenden Versiegelungen versehen. Wenn Sie die Flächen nach der Restauration wachsen, ölen oder lasieren, intensiviert sich der kaschierende Effekt. Wer das Holz nicht intensiv beäugt, nimmt die Reparatur nach der Veredelung nicht wahr.